• Projekt [txt]

    [txt] Nein.

    Eigentlich müsse sie es schon wissen, dass er immer “Nein” zu ihr sagen würde. Das “Nein” hat sich in seinen Augen festgekrallt, wie eine Katze in Todesangst, wenn sie droht von einer Klippe zu stürzen. Er hat Angst vor ihr, zeigt es ihr mit Gleichgültigkeit. Neben dem “Nein” steht immer ein “Du bist mir egal” im Regal. Seine Buchreihen sind voller Bücher mit Ablehnung gefüllt. Seine liebste Abteilung ist mittlerweile die “Literatur für etwaige Jobangebote im Ausland” geworden. Die präsentiert er ihr ganz gerne, Buch für Buch. Möglichkeiten in der Zukunft, die er so sieht, und wo man sich so als junger Mann in seinen anfänglichen Dreißigern so sehen kann.…

  • Projekt [txt]

    [txt] Phantomschmerz.

    Neue Lebenswege gehen. Alles ganz einfach, hat P. gesagt. Man braucht bloß seine Gewohnheiten ändern, vielleicht in eine andere Wohnung ziehen, neue Hobbys finden, alles ganz leicht.  Oder einfach mal ans Meer fahren oder an einen See. Dann ist das alles gar nicht so schlimm. Man kann auch gleich seine Essgewohnheiten ändern, das täte ihr ganz bestimmt gut, hat P. dann noch gemeint. Man lebt jetzt in einem Optimierungszeitalter und sie müsse sich auch langsam anpassen lernen, sie wolle ja nicht zurückbleiben und sie hat sich schon zu lange gehen lassen. Eigentlich ist sie ja schon selbst schuld an ihrer Lage, sie hat ja das Falsche studiert, wenn man etwas…

  • Projekt [txt]

    [txt] grenzenlos.

    Immer, wenn ich vorbei an den drei Kiefern laufe, den weißen Schotter betrete, der von der Wärme des Tages aufgewärmt ist, dann denke ich daran: Bald ist Glück. 47 Stufen bis Glück. Ich habe das Glück seit 8 Jahren nicht mehr besucht. Das Glück war immer nur zu zweit möglich. Im Sommer, in der Augusthitze, die von Gewittern und Kaltfronten geschwängert war, vom Schatten, der nachmittags um vier Uhr hereinbrach, weil die Berge viel zu hoch und die Seen viel zu tief waren. Sie wusste das Glück zu schätzen, welches zwischen den Kiefern vor und hinter dem Haus, von den Platanen im Vorgarten und den Rosensträuchern, die den Weg zäumten,…

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  • Allgemein,  In eigener Sache

    Budapest is for writers (and readers too.)

    Wer Budapest besuchen möchte und bibliophil ist, hat so seine Schwierigkeiten gute Adressen ausfindig zu machen und nette Bibliotheken und Stores zu entdecken. Wir aber haben eine kleine Reise gemacht und können nun einen wirklich netten, kleinen Reiseführer präsentieren, was man als bücherliebender Mensch in Budapest so alles machen kann: If you want to visit Budapest and you are a booklover then it’s really hard to get some good adresses and it’s difficult to discover nice libaries and bookstores, too. We travelled to Budapest a while ago and we are proud to present you a nice, tiny travel guide what you can do in Budapest if you are bibliophile: Plätze…

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  • Projekt [Sterbenswörtchen]

    [Sterbenswörtchen]: Andreas Gruber.

    Wer sind diese großartigen Autor/-innen, die hie und da ein Sterbenswörtchen verlieren? Es sei gesagt: Der Autor, der diesmal meine Fragen beantwortet hat, sagt von sich selbst:  „Schriftstellerei bedeutet für mich, dass ich interessante Figuren erfinden darf, ohne in der Psychiatrie zu landen – und Menschen auf originelle Weise ermorden kann, ohne im Gefängnis zu landen. Aber sonst bin ich ein netter Kerl.“ Man muss dazu sagen: Er ist wirklich ein netter Kerl. Seine Lesungen sind hörenswert, weil sie spannend sind und auch sehr lustig. Seine Bücher sind bewunderswert und man muss seine Figuren lieben, dasselbe gilt für seine Bücher. Die Rede ist von Bestseller-Autor Andreas Gruber, der mit Frau…

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  • Projekt [txt]

    [txt] unendlich.

    Sie ist ein Rätsel in sechs Silben, ein Baum der Selbsterkenntnis. Viel leichter geht das Distanzieren, als das Ertragen, dass der Zustand von etwas nur ein bisschen ist, kaum merkbar, womöglich Einbildung. Die Nächte drücken auf den Kopf, ein ganzer Antlantik oberhalb der Nase und des Jochbeins. Sie will ihm nicht, kann ihm nicht schreiben. Sie ist mutig und wartet. Sie will sehen, was kommt. Vielleicht das Einsehen oder die Bestürznis. Er ist die Akropolis und kein Weltwunder. Sie ist der Leuchtturm von Alexandria. Seinem Erdbeben zum Opfer gefallen. Sie sendet noch Licht aus, in den dunkeln Nächten. Er schweigt, er will stehen und bestaunt werden, in seiner Nichtigkeit, die…

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  • Buchrezensionen,  Reviews

    [review] Einfach unvergesslich | Rowan Coleman

    Das Buch Greg sieht mich an und glaubt, dass ich es nicht merke. Ich, damit ist Claire gemeint. Claire wohnt mit ihrem Ehemann Greg und ihren Töchtern Caitlin und Esther in einer britischen Kleinstadt. Und es wäre ein ziemlich angenehmes Leben, wenn da nicht ihre Krankheit wäre, die sie von ihrem Vater geerbt hat: frühmanifester Alzheimer, mit dem sie ihre Familie Schritt für Schritt vergisst. Und nicht nur das: Claire haut ab und an mal ab, unauffindbar und weiß nicht, wo sie sich befindet. Doch sie begegnet Ryan, in den sie sich langsam verknallt… Als wäre das noch nicht genug Chaos, muss auch Caitlin sich auf die Suche nach ihrer…

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  • Buchrezensionen,  Reviews

    [review] Klartraum | Olga Flor

    Das Buch Die Scherben habe ich liegen lassen an der Dreifachkreuzung. Vorher noch sehe ich dem Mann nach, dem ich das alles zu verdanken habe. Erste Sätze dieses Buches. Es sind immer wieder erste Sätze. Stell dir vor, du hast die Liebe deines Lebens gefunden, obwohl du dachtest, du hattest sie schon gefunden. Stell dir auch vor, dass du von Anfang an weißt, dass diese Verbindung zum Scheitern verurteilt ist.  Zwei Personen sind es, die dieses Buch tragen: P. und A., Protagonistin und Antagonist. Dazwischen C. und G. , ein Religionswissenschaftler und die Post. Man leidet so sehr mit P., dass man am liebsten bei jeder der vielen Trennungen mitweinen…

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  • Projekt [txt]

    [txt] Anfang.

    Er setzt sich auf ihren Lippenrand, damit er aufhört sich zu kräuseln, damit er still ist, damit er nicht immer das Leid predigen muss, das ihm widerfahren ist. “Sei still” zischt er zwischen ihren Zähnen hindurch, sie war still, nur in Gedanken nicht, da war sie nie still. Sie war immer laut und wird immer laut bleiben. Sie beißt zurück, eine Farce, ihre Lippen sind ohnehin schon wie alte Lumpen zerschlissen, die Hautfetzen hängen herab, er lässt sie trotzdem nicht los. Sie setzt sich auf ihn, genauso leise wie ihr sensibles Tastorgan im Gesicht. Ihr Gewicht will sagen: Das ist alles, was ich dir geben kann. Eine Möglichkeit, ein Anfang.…

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  • Allgemein,  In eigener Sache

    Ein ganz und gar erbauliches Jahr.

    Es wird eigentlich kein Jahresrückblick, es ist eine Abrechnung von den Summen und Unsummen, die man während eines Jahres ausgibt und erledigt. Dieses Jahr stelle ich ebenso die Betrebungen vor – was man lernen und machen will. Ein Tanz um 365 Tage. // private things Ich habe das Jahr erneut versucht Plastikmüll zu vermeiden, und es ist mir weitestgehend gelungen. Hie und da habe ich noch Plastiktüten bekommen bei Kleidung, sonst hatte ich häufig Tasche und Korb mit. Schwer finde ich Müllvermeidung im Lebensmittelbereich, da ich an meinem Wohnort keinen Store oder Supermarkt habe, der Lebensmittel ohne Verpackung verkauft. Ich hoffe, dass sich das die kommende Jahre noch ändern wird.…

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