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Allgemein Geschichten

Hundertsechsundzwanzig Stunden.

Wenn du weg bist, sieht alles verwaschen aus. Die Wohnung, in der wir leben, der Himmel, wie ein Himmel von Manet, wie rote Frauen von Garache. Da ist diese, deine braune Tasche auf dem Bett, ein Teller voller Krümel, deine Schuhe. Da ist dein Durst letzter Nacht noch sichtbar, eine ausgetrunkene Wasserflasche, womöglich eine zweite …

Allgemein Geschichten

Eventuelle Wunder.

Bist du noch bei mir
oder fackelst du andere an
mit deinem Lächeln
magst du Bier
oder vom Leben kosten?
Bring lieber den Wein mit
und ich die Geschichten
mal den Mond an
oder die leeren Wände
braten wir uns Fische
bevor sie ostwärts gehen

Wirst du noch bei mir
oder rennst du lieber weg
mit deinen Augen
magst du glühen
oder lieber gleich verbrennen?
Ich bring mich mit
ich hab mich zu verschenken
Menschen, das sind alles Tonnen
für Gefühle, Angst und Bier
laufen wir einfach weg
es wird uns nichts geschehen

Liegst du noch bei mir
oder schläfst du lieber weg
mit deinen Träumen
magst du erzählen
oder lieber schreien?
Bringen wir Hoffnung mit
und bitte Geduld von den Eseln
was kann uns schon passieren
bloß Momente sind unendlich
nimm meine bloß meine Hand
dann werden wir was erleben

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Allgemein Geschichten

Etüden für ein Wunder.

Stell´ den Salzstreuer
über den Pefferstreuer
und umgekehrt
pflanz´doch Worte ein
oder Briefe
pack mir ein Wunder ein
und gib’s mir mit auf die Reise
verbau mir alles
mit Sicherheiten
und links und rechts
zählen wir Leberflecke
zeigen Narben
schmieren sie als hässliche Bilder
an die Wand
nimm einen Bleistift
streich doch die Ängste durch
aus deinem Leben
greif ich mir die Gedichte
und die Ungewissheiten
doppelter Wortwert
bei Herzverzehrung
Planbruchstellen
eingeschlossen
am Leben drehen
wie am Lautsprecherknopf
was fragst du mich
ob wir Lieder oder Liebe
hören.

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Allgemein Geschichten

Orangenblüten oder: Eine Geschichte übers Altern.

Ich schreibe dir. Das tue ich, weil ich gerade auf dich warte. Ich schreibe dir. Das tue ich, weil ich weiß, dass du das lesen könntest oder auch nicht, wenn dieses Blatt Papier wie des öfteren zerknüllt in der Tasche landet. Es ist schön hier, ich mag die Landschaft, es war gut, dass wir weggefahren …

Allgemein Geschichten

1. Akt, 1.Szene.

Es hatte den ganzen Tag geregnet, der Nebel zog langsam auf und verdichtete die Stadt. Unsichtbar. Erschöpft zog sie sich ihre Kleidung aus, warf sie ungalant auf den Boden und schob sie in eine Ecke. Die schwarzen Augenränder im Spiegel erzählten ihr von ihrem anstrengenden Leben, dass sie führte, aber nicht für sie selbst. Für …

Allgemein Geschichten

1. Akt, Exposition.

Er blickte auf. Das Geräusch der ratternden Straßenbahn riss ihn aus seinen Gedanken. Er starrte auf den gegenüberliegenden Park. Die Blätter rieselten bedächtig von den Bäumen. Ein Farbenspiel für die Gedanken. In zehn Minuten würde die nächste Straßenbahn kommen, die musste er nehmen, sonst würde er zu spät kommen. Die Erfindung der Zeit war ihm …