• Poetik

    Lyricboy.

    Du bist das Licht zwischen den Häuserzeilen die Temperatur zwischen meinen Beinen das Fadenscheinige im Soprankoloratur hab dich verkostet ausstudiert alle deine Farben im Spätherbst ausprobiert dich auf Leinwände geschmissen und auf Papier gedruckt dazwischen Bleistifte verwüstet und geblockt ausgeschrieben weggetrieben dich vor meiner Wortgewalt zwischen Satz und Frage Punkt und Strick angedockt du bist Herbstnacht ins Mark gesunken dich verstrickt befehligt, verwüstet in Notizen festgekettet dich laufen lassen und mit Tinte eingefangen hie und da da verläufst du dich in einem wortgetränkten Tau.   Bildnachweis.

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  • Allgemein,  Projekt [Sterbenswörtchen]

    [Sterbenswörtchen]: Emma denkt.

    Wer sind diese großartigen Autor/-innen, die hie und da ein Sterbenswörtchen verlieren?  Soviel sei gesagt: ihr Lebensmotto ist “Emotionen sind Herdentiere”. Sie hat schöne Emotionen, die Michèle von Emma denkt. Regelmäßig lässt sie anteilhaben über die Liebe, das Leben, Halbwahrheiten, frei erfunden und doch vom wahren Leben erzählend. Täglich postet Emma denkt neue Texte hier auf Facebook. Im Dezember 2015 erschien das Buch »Emma denkt. – Emotionen sind Herdentiere. Eine Auswahl gesammelter Texte« in Eigenregie als limitierte Kleinauflage war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und auch die Zweitauflage war alsbald vergriffen. Emma arbeitet gerade an ihrem zweiten Buch. Trotz der vielen Arbeit hat Michèle die Zeit gefunden, mir meine Fragen zu beantworten: Was bedeutet der…

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  • Poetik

    Lächerlichkeitstode.

    Wir kleben zusammen wie loses Papier meine Verbindungsanfrage war zu komplex die hast du nicht verarbeiten können möglicherweise waren da zuviele Via-Stationen es kostet schon extrem viel Mut dir den sozialen Lächerlichkeitstod zu ersparen meine Kassen klingen nicht mehr ich hab da ein Loch dass du mir rausreißt wenn du sagst du gehst du gehörst auch nicht an das lose Meer aber ich bin lieber kaputt als getrennt von deinem Trotteldasein und kleb mich zusammen mit Kleister aus Tee     Bildnachweis.

  • Projekt [txt]

    [txt] abgehen.

    Hast du etwas Zeit mein Kompass zeigt nur mehr deine Richtung ich hab meine Orientierung längst schon veloren die Sonne geht mittlerweile schon im Westen auf aber was weiß man schon wenn deine Köpfe doppelt denken Ich brauch deinen moralischen Kompass die Tage nochmal und du sagst mir den hab ich verlegt gehen wir ihn suchen und da reichen keine paar Tage das dauert länger gemeinsam oder so Und schau ich durch Rotweingläserränder dann sag ich mir alles was du kannst ist mir abgehen und das schweig ich mir zwischen die kaputten Kniekehlen Nordsüdgefälle zwischen uns.   Bildnachweis.

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  • Poetik

    Alternativprogramm.

    in zwei, drei Museen gehen oder unsere Geister zählen Chutney, Marmelade kochen und zur emotionalen Befreiung ein,zwei gute Folgen unserer Lieblingsserie sehen die Praterallee auf und ab marschieren und das laub zertanzen den Sturm begrüßen und vier, fünf Gläser trinken Suppe kochen, letzte Strahlen zählen und sieben, acht Sommersprossen verschwinden sehen erste weiße Haare zählen und Hügel mit Schritten verformen neun, zehn Fotos machen vielleicht auch raus zu den Seelenlosen gehen auf jeden Fall neue Bücherläden gucken ein Dutzend Tee in sich hineinfüllen und sich in den Armen statt in den Haaren liegen     Bildnachweis.

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  • In eigener Sache

    Objekt und Frau.

    Objekt und Frau. Was mehr nach Kunstausstellung klingt, ist das Resultat nach längeren Diskussionen dieser Woche. Häufig lese ich Kurzgeschichten und anderweitige Prosa von Freund/-innen, Bekannten und anderen literaturbegeisterten Menschen. Was mir besonders in letzter Zeit aufgefallen ist, ist das Selbstbild, das sich in den Texten wiederfinden lässt und die gesonderte Zeichnung eines “Lyrischen Du”. Kurzum – recht begeistert war ich von der Zeichnung des “Lyrischen Du” nicht, zumal es häufig zu einer Objektifizierung gekommen war. Ganz so schlimm wie in der US-Serie “Mad Men” kann dieser Objektifizierungsgrad nicht angegeben werden, aber er hinterlässt selbst in jungen Autor/-innen immer noch unüberlegte Gender Bias. Dies ist vor allem dann schmerzlich für…

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  • Prosa

    With a little help from my friends.

    Ich weiß noch, wir sind im Auto gesessen und haben die Beatles gehört. Es ist nicht die Musik unserer Generation, wir hören sie trotzdem. Wir kennen die Lieder von unseren Eltern, sie schätzten sie nie so sehr wie wir. Deine Finger trommeln leise am Lenkrad mit, du wusstest nicht, dass es eine Twist&Shout Version von den Beatles gibt. Ich erzähle dir,dass John Lennon das Lied mit Heiserkeit eingesungen hat und deshalb seine Stimme tiefer klang. Es interessiert dich nur mäßig,du singst lieber falsch mit. Wir sind unterwegs, irgendwo hin und ich wünschte, dieses unterwegs sein endet nie. Long and windy road könnten wir hören, aber es würde uns zu melancholisch…

  • Prosa

    Hundertsechsundzwanzig Stunden.

    Wenn du weg bist, sieht alles verwaschen aus. Die Wohnung, in der wir leben, der Himmel, wie ein Himmel von Manet, wie rote Frauen von Garache. Da ist diese, deine braune Tasche auf dem Bett, ein Teller voller Krümel, deine Schuhe. Da ist dein Durst letzter Nacht noch sichtbar, eine ausgetrunkene Wasserflasche, womöglich eine zweite unter dem Bett. Da ist das Fenster, das von letzter Nacht erzählt, als man betrunkene Jugendliche vorbeilaufen hörte und um vier Uhr morgens die Müllabfuhr. Da ist irgendwo über, unter, neben dir Musik aus den Neunzigern, die jeder kennt und niemand mehr hört. Halbschlaf, tiefer Schlaf, Viertelschlaf, auf der einen und der anderen Seiten, ein…

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  • Poetik

    Shorties.

    1 // In mir boxt ein scheiß verdammtes Lied zwischen Wirbeln und Rippen Als ob es das schon länger gibt komm mit mir zum Abgrund 2// Und ich sag dir die Hölle da unten ist auch bunt oder fliegen wir ins Firmament wie zwei Silbermöwen siehs als leises Kompliment 3// Ich bin unentwegt traurig, die Nacht legt sich zu mir wenn es dunkelblau ist Und doch – jeden Morgen lässt sie mich allein. 4// Ich hab alte Fotos von dir gerade angesehen, du bist mehr geworden, nicht unbedingt für mich. Wir haben uns aneinander abgearbeitet. 5// Als wär es wichtig dass man mit sich selbst etwas mehr im Einklang steht…

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  • Projekt [Parablüh]

    #Ach, Sylvia

    Meine tägliche Lyrikanalyse betrifft diesmal zwei Gedichte besonders: A Winter Ship von Sylvia Plath und Ach, Sylvia von Cornelia Travnicek. Plath beweist in ihrem Gedicht wieder einmal, wie sehr sie es schafft, alltägliche Sachen (wie etwa das Beobachten eines Schiffes) in etwas wunderbares Lyrisches zu verarbeiten. Besonders ins Auge gestochen ist mir, dass Plath bei diesem Gedicht die 1. Form Plural anwendet, wo normalerweise der Singular ausschlaggebend ist und das Lyrische Ich zumeist einzeln verwendet wird. Ich denke, dass sie mit jemanden anderen einen Ort besucht hat und dies Eindruck auf sie hinterlassen hat. Das Gedicht hat sie geschrieben, als sie mit ihrem Ehemann in Boston lebte und dort unterrichtete.…

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