• Orangenblüten oder: Eine Geschichte übers Altern.

    Ich schreibe dir. Das tue ich, weil ich gerade auf dich warte. Ich schreibe dir. Das tue ich, weil ich weiß, dass du das lesen könntest oder auch nicht, wenn dieses Blatt Papier wie des öfteren zerknüllt in der Tasche landet. Es ist schön hier, ich mag die Landschaft, es war gut, dass wir weggefahren sind, weg von dem Alltagsgrau, dass uns immer und immer wieder einholte und dass uns schlussendlich hier her gebracht hatte. Mein Blick wandert umher und ständig entdecke ich Neues, Wundervolles, das mich ins Staunen geraten lässt und diese großartige Faszination ausübt, dass man diese Kribbeln spürt, als hätte man sich soeben neu verliebt. Hast du die in Kalk getünchten Häuser gesehen? Es brennt in den Augen, die Häuser sind so strahlend weiß, doch ich mag es, es ist besser als das Alltagsgrau.

    Das Blau sticht mir ins Auge, mein ganzes Leben hatte ich noch nie so blaues Meer gesehen, obwohl ich schon so oft am Meer war, und es jetzt wohl zwei Dutzend Reisen ans Meer gewesen sein mögen. Ich habe das leider mit dem Alter vergessen. An der Küste ist es so wunderbar türkis und es wird so kräftig dunkelblau, je näher man in den Horizont blickt. Es fällt mir schwer, die Schiffe draußen am Meer zu entdecken, doch die Segler im Hafen scheinen glücklich zu sein, so wie wir damals, als wir unseren ersten Segelurlaub gemacht hatten. Es riecht hier so wunderbar nach Meer! Ich liebe diesen Duft so sehr. Das Salz in der Nase sticht etwas und mir fällt wieder ein, dass du immer nach Meer gerochen hast. Ich kenne dich schon so lange, deine Haare rochen immer nach Meer, wenn wir langsam in unsere Träume versunken waren. Ich habe dann immer die Wellen gehört, die manchmal sanft, manchmal aufbrausend ihren Besuch auf dem Strand abstatteten und alsbald wieder ihre Heimkehr verkündeten. Überall hatten wir Bilder vom Meer an die Wand gehängt, manchmal fanden wir das Leben so großartig, wir schrieben uns gegenseitig Briefe und verschickten sie als Flaschenpost. Wir hatten das Meer, das Meer war die Freiheit, das Vermissen, der Ort unserer Hoffnung. So oft hatten wir das Meer vermisst, die Bilder stimmten uns traurig, sobald wir nicht bei ihm sein konnten. Sobald wir es nicht mehr ausgehalten haben, hatten wir unsere Koffer gepackt und wir zogen los. Einen gepackten Koffer hatten wir immer gepackt, immer bereit die Welt zu erkunden. Mittlerweile haben wir einen Koffer voll von Fotografien, immer bereit die Welt der Erinnerungen zu erkunden. Unsere Erinnerungen machten bereits einen Großteil unseres Lebens aus, uns ist ungewiss, wie viele Erinnerungen wir noch in diesen verstaubten Koffer packen können, ich hoffe doch, es werden noch ein paar.

    Ich hatte vorhin meine Augen geschlossen, weil es so wunderbar hier riecht. Die Orangenblüten haben ausgetrieben, durch die ganze Stadt zieht ein sanfter Orangenduft von den Blüten, die Menschen scheinen soviel sanfter deswegen. Ich spüre gerade, wie die Sonne auf meiner Haut tanzt. Die kleinen fast durchsichtigen Härchen im Nacken sträuben sich, ein sanfter Westwind weht darüber, mir ist nicht kalt, das erste Mal in diesem Jahr.Es fällt mir in diesem Augenblick ein, dass der Westwind Zephyr genannt wird, ich mag das Wort sehr, weißt du? Vor Jahren haben wir damals ein Freiluftkonzert besucht, wir hörten Vivaldis Le quattro stagioni, im ersten Satz von L’Estate war dieses Wort aufgetaucht, ein Zephyr, der vom Nordwind Boréas durcheinander gewirbelt wurde, ein Gewitter, dass darauf hin im Presto Teil entsteht. Die Winde wehten immer, manchmal waren sie wie einer dieser ersten Frühlingswinde, manchmal tobend wie jene Winde, die Gewitter brachten, aber wir lernten mit den Winden zu leben, bist du nicht der Ansicht?

    Ach, wie großartig, ich liebe diesen Orangeblütenduft! Ich würde ihn so gerne mit nach Hause nehmen, weißt du? In unser Haus würde so ein Duft ganz gut passen. Wir haben doch ohnehin Erinnerungen darin aufgenommen, dieser Duft würde gewiss nicht stören. Auf dem Treppenaufgang haben wir die ganzen Postkarten an die Wand geklebt, die wir uns gegenseitig immer schickten, als wir alleine auf Reisen waren. Im Wohnzimmer steht unsere Truhe, wo wir allerlei Erinnerungen aufbewahren. Du hattest damals damit angefangen, aus jedem Land ein Buch in der Landessprache mitzunehmen, auch wenn du es nicht lesen konntest, es war dir wichtig gewesen, etwas zu haben, was dich etwas an die verstrichene Zeit erinnert. Dafür achte ich dich sehr, ich habe dich immer geachtet, auch wenn uns das Alltagsgrau manchmal wie eine dicke, staubige Steppdecke eingehüllt hatte. Ich hatte in die Truhe allerlei Polaroid Fotografien, alte Dias, Bleistifte und das Buch mit den getrocknete Blumen hinein getan. Aus jedem Land habe ich eine Blume mitgenommen, sie waren haltbar gemacht worden, und doch so zerbrechlich, wie die Erinnerungen, die wir an diese Reisen hatte, aber langsam vergessen würden. Ich hätte wohl mindestens schon die Hälfte vergessen, würde ich dich nicht haben, wir tragen unsere Erinnerungen gemeinsam und erzählen sie uns an den verregneten Nachmittagen, wenn wir bei Tee zusammensitzen.

    Hier ist alles so voll von diesem wunderbaren Leben, hier stört mich der Lärm nicht, es ist angenehmer Lärm. Menschen führen Konversationen in einer Sprache, die ich nicht verstehe, aber es ist mir egal, weil ich weiß, dass du bald kommen wirst, und wir uns dann über deinen kleinen Ausflug unterhalten werden. Es tut gut, dass so viele Menschen die Stadt beleben, ich fühle mich so erfrischt. Schon lange habe ich mich nicht so jung gefühlt. Vielen Dank dafür, dass du mich einfach entführt hast und ich nun da sitzen darf. Mein Kaffee duftet gut, er ist frisch gemahlen, er kühlt langsam aus und bald werde ich ihn trinken können. Meine Vorliebe für Kaffee hast du nie ganz verstanden, du hattest Angst, dass ich bald sterben würde, würde ich weiterhin soviel Kaffee trinke. Dir zuliebe trinke ich jetzt weniger Kaffee, aber ich muss dir gestehen, heimlich, wenn du nicht anwesend bist, trinke ich dann doch manchmal etwas mehr. Vor dir würde ich das jedoch nicht zugeben, ich will nicht, dass du dir meinetwegen Sorgen machst. Ich habe vergessen, dir zu sagen: Die nette Frau von gestern Abend hat mir gerade Marmelade vorbeigebracht und bald werde ich sie verkostet, aber ich möchte damit auf dich warten. Du bist schon so lange weg, ich kann es nicht erwarten, bist du wieder kommst.

    Du hast mir einen Bildband dagelassen, damit ich mich nicht langweile. Es sind kunstvolle Bilder darin enthalten, die besten von Gauguin, Cézanne, Seurat und Toulouse-Lautrec, manchmal vereinzelt Bilder von Sérusier und Vuillard. Mit Bleistift hast du deine Lieblingsbilder am Rand vorsichtig gekennzeichnet, so wie Edouard Vuillards La liseuse von 1910. Du magst die alte Frau, die ein kleines Büchlein gerade liest, das Bild wirkt so ruhig und angenehm. Ganz oft hast du dir auch das Bild Fleuve sous les arbres, Martinique von Gauguin angesehen, die Seite hat bereits einen Riss am oberen Ende bekommen. Dein Leben war immer voll von Bildern und Notizen, von Gedanken und Worten, die andere gesagt hatten. Vorhin habe ich gelesen, dass Renoir diese wundertolle Umgebung als seine Wahlheimat deklariert hatte, wir müssen uns das aufschreiben, damit wir zuhause etwas erzählen können. Bei meinem Spaziergang vorhin habe ich auch Postkarten mit Motiven von Henri Matisse entdeckt, wir sollten vor unserer Abreise doch das Musee Matisse de Nice mit unserer Anwesenheit beehren, das wäre großartig, meinst du nicht?

    Manchmal wünschte ich, ich wäre noch so albern, wie die Jugend, die ich gerade beobachte, wie sie tatsächlich schwimmen geht, obwohl das Wasser gerade mal 16 Grad aufweisen kann. Was waren wir manchmal albern! Gut, dass wir das Leben nie so ernst genommen haben, lange hätten wir es sonst nicht ausgehalten. Die guten Witze haben wir uns gemerkt, die schlechten Scherze, die uns das Leben gespielt hat, haben wir unter den Teppich gekehrt, der in unserem Wohnzimmer liegt. Gertrude Arndt wäre wohl nicht sonderlich erheitert, wenn sie wüsste, dass schlechte Scherze jetzt da beheimatet sind. Sie kann von Glück reden, dass das ein Teppich ist, der nur dem von Gropius´ Direktion gleicht.

    Gerade bin ich noch in Versuchung, erneut eine Tasse Kaffee zu ordern, aber ich habe das Gefühl, dass du bald kommst, also warte ich auf dich. Ich warte so sehr auf dich, und du fehlst mir, sobald ich dich nicht mehr sehe. Das war schon immer so, seit ich dich kenne. Mit dir habe ich das Warten gelernt. So oft habe ich dich auf gewartet, deine Reisen waren oft ungewiss, und ich habe warten müssen, ob es mir gepasst hatte oder nicht, aber mein Magen hat sich immer zusammengezogen, so voller Freude war ich, wenn du wieder gekommen bist. Du hast mir nie gesagt, wie es dir mit dem Warten erging, bis heute lächelst du verschmilzt, wenn ich dich Dinge frage, die du mir nie sagen würdest. Aber du musst das Warten auch gemocht haben, sonst wären nie so viele Jahre ins Land gezogen, das Warten war für dich wohl eine leichtere Übung als dies für mich immer war. Es ist wie heute, als ich dich gerade am Straßenanfang erkennen kann, du hast frisches Brot mitgebracht und eine Tasche, die voll mit neuen Büchern gefüllt ist. Dein Gang ist nicht mehr so stolz, aber stattlich schreitest du deines Weges, charmant lächelst du und machst Menschen auf deinem Weg Komplimente. Du lachst gelassen in dich hinein, du hast wohl ein gutes Erlebnis gehabt, dass du mir alsbald erzählen wirst. Ich freue mich so darauf! Dein Buch habe ich zugeschlagen, ich sehe dir lieber dabei zu, wie du lachend auf mich zukommst, du siehst noch immer so gut aus, du bist durch deine Falten immer nur interessanter für mich geworden. Nicht einmal in den vielen Jahren, kam mir in den Sinn, jemand anderen so zu bewundern und gern anzusehen wie dich. Auch darob hast oft geschwiegen, aber dein Leben lang hast du mich dabei beobachtet, wie ich meine langen Haare kämme. Verstohlen aus den Augenwinkeln habe ich dich betrachtet, du warst felsenfest der Überzeugung, ich würde deine Beobachtungen nicht mitbekommen. Was für ein Irrtum deinerseits! Auch ich muss meine Mundwinkel leicht nach oben ziehen, ich liebe es, dich anzulächeln. Mein Warten hat wohl jetzt ein Ende, weil du bald da sein wirst. Machs gut! Wir sehen uns gleich.

  • Rucksack und Bahnhof.

    Wir sitzen hier, an jenem Bahnhof, der unser Anfang war. Du warst damals gekommen und ich habe dich abgeholt. Dir kam kein Satz über die Lippen, du hast mich nur groß angesehen. Heute siehst du mich genauso groß an und sagst nicht. Wir sitzen hier, auf dieser Bank und die Kälte ist spürbar und lässt mich mindestens genauso erzittern, wie die Gedanken, die in meinem Kopf herumkreisen. Du sagst nichts. Du beißt nur auf deinen Lippen herum, damit man das Beben nicht sieht, das deine Lippen sonst von sich geben würden. Ich kann dich nicht ansehen, nicht mehr und starre deswegen auf meine Schuhe, die sich genauso mitgenommen fühlen wie ich. Dein Kopf bewegt sich langsam und du blickst mich an, mit diesem Blick, den du immer hast, wenn du etwas bereust. Ich brauche dich nicht ansehen, weil ich weiß, wie deine Augen an mir hängenbleiben. Deine Augen werden leer sein, und ich würde mir die Schuld geben, weil ich sie nie füllen konnte mit dieser Begeisterung, die du so selten zeigst. Ich weiß auch, dass deine Augen glasig sind, weil du das Weinen unterdrückst, so wie du alles unterdrückst, weil du Angst hast, dass man es gegen dich verwenden könnte. Wir sitzen hier und wir haben uns nichts zu sagen. Wir haben so viele Geschichten erfunden, wir haben uns das Blaue vom Himmel erzählt und nun sind uns die Worte ausgegangen. Die Lügen haben wir uns jedes Mal aufs Neue aufgetischt und wir haben sie satt. Deine Hände hast du in der Jacke zu Fäusten geballt, weil du so wütend auf das Leben bist. Dein Blick wandert zu deinen Füßen, die nervös hin und her wippen. Meine Pupillen weiten sich, als ich sehe, dass dir nun langsam die Tränen an den Wangen hinunterrollen. Ich muss mich räuspern.

    Meine Stimmbänder wollen sich bewegen, doch mehr als verächtliches Schnauben schaffe ich in diesem Moment nicht. Ich möchte dich fragen, warum es soviel gibt, dass ich nicht verstehe kann und ich weiß, dass du es mir nicht beantworten kannst. Wir haben uns durch den Parcour der Unverständlichkeiten immer halbwegs gut durchgeschlängelt, nur den Drahtseilakt haben wir nie geschafft. Wir waren beide nicht sonderlich gute Seiltänzer gewesen, wir haben uns lieber einen Strick daraus gedreht.

    „Ich hab´ meinen Regenschirm zuhause vergessen“, gebe ich heiser von mir.

    Wir sitzen hier, während der Zug sich langsam dem Bahnsteig nähert. Meinen Rucksack voller Erinnerungen habe ich mir hastig auf den Rücken gehievt, dem ganzen Ballast, den ich mir aufgeladen habe, habe ich reingestopft, aber ich wollte nichts bei dir lassen, weil ich Angst habe, dass ich dich vergesse. Viel zu schnell springe ich auf, weil ich weg will, nicht weg von dir. Du erhebst dich langsam und starrst auf den Zug. Ich weiß, dass du nicht willst, dass ich einsteige. Mit dem Rucksack auf dem Rücken bewege ich mich steif zu dir und gebe dir einen Kuss auf die Stirn, weil das alles ist, was ich dir hier lassen kann.

  • 1. Akt, 1.Szene.

    Es hatte den ganzen Tag geregnet, der Nebel zog langsam auf und verdichtete die Stadt. Unsichtbar.

    Erschöpft zog sie sich ihre Kleidung aus, warf sie ungalant auf den Boden und schob sie in eine Ecke. Die schwarzen Augenränder im Spiegel erzählten ihr von ihrem anstrengenden Leben, dass sie führte, aber nicht für sie selbst. Für die Welt da draußen, das war ihr erst vor Kurzem das erste Mal bewusst geworden. Sie führte das Leben für andere. Das Leben war ihr zur Last geworden, wie der Nebel befand sie sich im Dunstkreis der Alltäglichkeiten, und nichts, wirklich nichts half, das Grau vom Boden aufzuheben. Sie lebte, aber immer für andere, manchmal mit anderen, manchmal unter anderem, nie für sich selbst.

    Langsam zog sie die Spuren nach, die die Kleidung an ihrem Körper tagsüber hinterlassen hatte. Sie hatte das Gefühl, als ob ihr eigener Körper eine Metapher für ihr Leben geworden war. Gequält betrachtete sie sich im Spiegel. Wie oft zwang sie sich in eine Form, die nicht passte, nur damit sie anderen gefallen konnte? Manche Einschnitte der Kleidung hatten rötliche Linien hinterlassen. Ihr Leben passte in das Leben der anderen, nicht umgekehrt. Sie seufzte.

    Bedächtig zog sie zuerst ein Top an, streifte es zurecht und schlüpfte in ihren Pullover. Warum konnte das Leben nicht wie der Lieblingspullover sein? Gemütlich, immer wieder verwendbar, vertraut. Das Leben war jedoch wie die neue Jeans, die nach jedem Waschgang drückte, schlecht zu bügeln war und im Endeffekt doch nie optimal passte. Sie schnappte sich ihre Leggings und zog sie allmählich an sich hoch. Die Socken streifte sie an ihrem Bund darüber. Das Leben war ihr schuldig geblieben so zu sein wie Socken, das Leben war kein treuer Begleiter, es hatte selten etwas Wärmendes, und es gestattete sich in den meisten Lebensphasen überschätzt zu werden.

    Behäbig legte sie sich in ihr Bett. Das Leben kannte keine Entspannung und Ruhezeiten schon gar nicht. Die meisten Menschen verstanden Globalisierung auch nur so, dass sich die Welt immer um sie dreht, und hatte die Welt aufgehört, sich zu drehen, drehten die Leute durch.

    Das Leben hatte keinen weichen Boden wie Matratzen, der Boden der Tatsachen war weit aus härter. Betten rochen gut, Betten rochen nach vertrauten Menschen, das Leben roch jedoch vor allem nach abgestandener, heißer Luft, die Menschen von sich gegeben hatten. Das Leben hatte die Angewohnheit nach der Scheiße zu stinken, die Menschen tagtäglich von sich gaben und sich dann wunderten, dass sie knöcheltief in dieser standen.

    Sie grub sich in die Kissen ein und zog die Decke hoch. Angenehme Müdigkeit erfasst ihren Körper. Gravitätisch atmete sie ein und wieder aus. Erschöpfung hatte sich in ihrem Körper breit gemacht, das Leben war zur Verantwortung zu ziehen. Nichts erschöpfte mehr als Leben, es war mitunter nur die bloße Existenz, die sie erschlaffen ließ. Es war vielleicht nicht mal die bloße Existenz, es waren die anderen Menschen. Sie übten sich vor allem in Mund voll nehmen. Die Menschen fanden mittlerweile alles im Internet, nur sich selbst zu finden war zur Sisyphus-Aufgabe geworden. Das Wissen, dass man sich selbst nicht zurückgeben konnte, dass man eine lebenslange Garantie für sich selbst hat, und sich nie umtauschen konnte, zermürbte die anderen wohl mehr als sie. Sie hatte in diesem Punkt schon längst resigniert.

    Die Augen fielen allmählich zu, ihren Körper rollte sie zusammen.

    Pause.