• Projekt [txt]

    [txt] Nein.

    Eigentlich müsse sie es schon wissen, dass er immer “Nein” zu ihr sagen würde. Das “Nein” hat sich in seinen Augen festgekrallt, wie eine Katze in Todesangst, wenn sie droht von einer Klippe zu stürzen. Er hat Angst vor ihr, zeigt es ihr mit Gleichgültigkeit. Neben dem “Nein” steht immer ein “Du bist mir egal” im Regal. Seine Buchreihen sind voller Bücher mit Ablehnung gefüllt. Seine liebste Abteilung ist mittlerweile die “Literatur für etwaige Jobangebote im Ausland” geworden. Die präsentiert er ihr ganz gerne, Buch für Buch. Möglichkeiten in der Zukunft, die er so sieht, und wo man sich so als junger Mann in seinen anfänglichen Dreißigern so sehen kann.…

    Kommentare deaktiviert für [txt] Nein.
  • Projekt [txt]

    [txt] radikal

    Die Bausteine in ihrem Gesicht ordnen sich um wenn sie unbeobachtet ist ganz radikal traurig und mutlos ihre Mundwinkel sind Unteroffiziere die auf Kommando hören links zwo, drei, wirr Die Haare auf den Barrikaden schauen dazu noch nach nächtelangen Kämpfen aus ganz besiegt erschlagen und ausgeraubt ihre Hände sind Sternwunden die sich senken mürbe, klein, bedarft Die Zigaretten in der Visage sehen so nach rauchenden Blumenansteckern aus ganz tief wütend und rastlos ihre Augenhöhlen sind Minen die jederzeit explodieren Achtung, weg, jetzt   Bildnachweis.

    Kommentare deaktiviert für [txt] radikal
  • Projekt [txt]

    [txt] grenzenlos.

    Immer, wenn ich vorbei an den drei Kiefern laufe, den weißen Schotter betrete, der von der Wärme des Tages aufgewärmt ist, dann denke ich daran: Bald ist Glück. 47 Stufen bis Glück. Ich habe das Glück seit 8 Jahren nicht mehr besucht. Das Glück war immer nur zu zweit möglich. Im Sommer, in der Augusthitze, die von Gewittern und Kaltfronten geschwängert war, vom Schatten, der nachmittags um vier Uhr hereinbrach, weil die Berge viel zu hoch und die Seen viel zu tief waren. Sie wusste das Glück zu schätzen, welches zwischen den Kiefern vor und hinter dem Haus, von den Platanen im Vorgarten und den Rosensträuchern, die den Weg zäumten,…

    Kommentare deaktiviert für [txt] grenzenlos.
  • Projekt [txt]

    [txt] unendlich.

    Sie ist ein Rätsel in sechs Silben, ein Baum der Selbsterkenntnis. Viel leichter geht das Distanzieren, als das Ertragen, dass der Zustand von etwas nur ein bisschen ist, kaum merkbar, womöglich Einbildung. Die Nächte drücken auf den Kopf, ein ganzer Antlantik oberhalb der Nase und des Jochbeins. Sie will ihm nicht, kann ihm nicht schreiben. Sie ist mutig und wartet. Sie will sehen, was kommt. Vielleicht das Einsehen oder die Bestürznis. Er ist die Akropolis und kein Weltwunder. Sie ist der Leuchtturm von Alexandria. Seinem Erdbeben zum Opfer gefallen. Sie sendet noch Licht aus, in den dunkeln Nächten. Er schweigt, er will stehen und bestaunt werden, in seiner Nichtigkeit, die…

    Kommentare deaktiviert für [txt] unendlich.
  • In eigener Sache

    Eine Geschichte der Leere.

    Manche Geschichten mag man erzählen. Zu anderen will man schweigen. Weil Schweigen der Triumph des Scheiterns ist. Schweigen als letzte Möglichkeit, Erinnerungen erträglich zu machen. Weil Scheitern manchmal auch sexy ist. Und gute Bilder hat. Bilder der Leere, wenn man sie titulieren müsste. Ein leises “J’existe”, ich existiere. Festzuhalten in Bilder, damit die Erinnerung nicht erblasst.

  • Buchrezensionen,  Reviews

    [review] Klartraum | Olga Flor

    Das Buch Die Scherben habe ich liegen lassen an der Dreifachkreuzung. Vorher noch sehe ich dem Mann nach, dem ich das alles zu verdanken habe. Erste Sätze dieses Buches. Es sind immer wieder erste Sätze. Stell dir vor, du hast die Liebe deines Lebens gefunden, obwohl du dachtest, du hattest sie schon gefunden. Stell dir auch vor, dass du von Anfang an weißt, dass diese Verbindung zum Scheitern verurteilt ist.  Zwei Personen sind es, die dieses Buch tragen: P. und A., Protagonistin und Antagonist. Dazwischen C. und G. , ein Religionswissenschaftler und die Post. Man leidet so sehr mit P., dass man am liebsten bei jeder der vielen Trennungen mitweinen…

    Kommentare deaktiviert für [review] Klartraum | Olga Flor
  • Projekt [txt]

    [txt] Anfang.

    Er setzt sich auf ihren Lippenrand, damit er aufhört sich zu kräuseln, damit er still ist, damit er nicht immer das Leid predigen muss, das ihm widerfahren ist. “Sei still” zischt er zwischen ihren Zähnen hindurch, sie war still, nur in Gedanken nicht, da war sie nie still. Sie war immer laut und wird immer laut bleiben. Sie beißt zurück, eine Farce, ihre Lippen sind ohnehin schon wie alte Lumpen zerschlissen, die Hautfetzen hängen herab, er lässt sie trotzdem nicht los. Sie setzt sich auf ihn, genauso leise wie ihr sensibles Tastorgan im Gesicht. Ihr Gewicht will sagen: Das ist alles, was ich dir geben kann. Eine Möglichkeit, ein Anfang.…

    Kommentare deaktiviert für [txt] Anfang.
  • Allgemein,  In eigener Sache

    Ein ganz und gar erbauliches Jahr.

    Es wird eigentlich kein Jahresrückblick, es ist eine Abrechnung von den Summen und Unsummen, die man während eines Jahres ausgibt und erledigt. Dieses Jahr stelle ich ebenso die Betrebungen vor – was man lernen und machen will. Ein Tanz um 365 Tage. // private things Ich habe das Jahr erneut versucht Plastikmüll zu vermeiden, und es ist mir weitestgehend gelungen. Hie und da habe ich noch Plastiktüten bekommen bei Kleidung, sonst hatte ich häufig Tasche und Korb mit. Schwer finde ich Müllvermeidung im Lebensmittelbereich, da ich an meinem Wohnort keinen Store oder Supermarkt habe, der Lebensmittel ohne Verpackung verkauft. Ich hoffe, dass sich das die kommende Jahre noch ändern wird.…

    Kommentare deaktiviert für Ein ganz und gar erbauliches Jahr.
  • Projekt [txt]

    [txt] Kitsch me if you can.

    Ein Buch legt neben mir im Bett. Heute hat es geschneit bis in das Buch hinein, ich sehe die Flocken zwischen den Seiten. Seitenweise erzählt es, ein Reisetagebuch, es wäre unsere fünfte gewesen. Reise. Zwischen den Schneeflocken und auf der Autobahn zwischen den Autos, die Winterorte und Schneelandschaften besuchen, zwischen den Bergen und Tallandschaften, die sich in die Länge ziehen. Ich wäre wie ein Kind im Auto gesessen, und hätte gejubelt, weil es auf die Autoscheibe schneit, dicke Flocken,sie werden weggewischt, es kommen neue, neue Flocken, die Welt sieht mit Schnee viel schöner aus. Ich sehe Mundwinkeln, die nach oben geben wegen des Schnees, es sind nicht meine.   Damals sind…

  • Poetik

    Lyricboy.

    Du bist das Licht zwischen den Häuserzeilen die Temperatur zwischen meinen Beinen das Fadenscheinige im Soprankoloratur hab dich verkostet ausstudiert alle deine Farben im Spätherbst ausprobiert dich auf Leinwände geschmissen und auf Papier gedruckt dazwischen Bleistifte verwüstet und geblockt ausgeschrieben weggetrieben dich vor meiner Wortgewalt zwischen Satz und Frage Punkt und Strick angedockt du bist Herbstnacht ins Mark gesunken dich verstrickt befehligt, verwüstet in Notizen festgekettet dich laufen lassen und mit Tinte eingefangen hie und da da verläufst du dich in einem wortgetränkten Tau.   Bildnachweis.

    Kommentare deaktiviert für Lyricboy.