• Projekt [txt]

    [txt] abgehen.

    Hast du etwas Zeit mein Kompass zeigt nur mehr deine Richtung ich hab meine Orientierung längst schon veloren die Sonne geht mittlerweile schon im Westen auf aber was weiß man schon wenn deine Köpfe doppelt denken Ich brauch deinen moralischen Kompass die Tage nochmal und du sagst mir den hab ich verlegt gehen wir ihn suchen und da reichen keine paar Tage das dauert länger gemeinsam oder so Und schau ich durch Rotweingläserränder dann sag ich mir alles was du kannst ist mir abgehen und das schweig ich mir zwischen die kaputten Kniekehlen Nordsüdgefälle zwischen uns.   Bildnachweis.

    Kommentare deaktiviert für [txt] abgehen.
  • Poetik

    Alternativprogramm.

    in zwei, drei Museen gehen oder unsere Geister zählen Chutney, Marmelade kochen und zur emotionalen Befreiung ein,zwei gute Folgen unserer Lieblingsserie sehen die Praterallee auf und ab marschieren und das laub zertanzen den Sturm begrüßen und vier, fünf Gläser trinken Suppe kochen, letzte Strahlen zählen und sieben, acht Sommersprossen verschwinden sehen erste weiße Haare zählen und Hügel mit Schritten verformen neun, zehn Fotos machen vielleicht auch raus zu den Seelenlosen gehen auf jeden Fall neue Bücherläden gucken ein Dutzend Tee in sich hineinfüllen und sich in den Armen statt in den Haaren liegen     Bildnachweis.

    Kommentare deaktiviert für Alternativprogramm.
  • Filmrezensionen,  Reviews

    [review] It was fifty years ago.

    Wer mich kennt weiß, dass ich die Beatles wirklich liebe. Nicht, weil sie Alben wie “Revolver” gemacht haben, oder Alben wie “Help”, “Rubber Soul” oder “Please, please me”. Ich verehrte sie vorrangig aufgrund des Album “Sgt. Pepper Lonely hearts club band”. Ein schönes, gut durchdachtes Plattencover, ein Vorbote für die nahenden Siebziger, mit einem Moustache-Bart zum Ausschneiden im Inneren, und alle Helden vorne am Cover, die die Beatles verehrten, man findet auch Marx darauf. Psychedelic drin, ein bisschen von den alten Beatles, mit dem gleichen Song startend und endend, kurz um, eines der besten Platten, die je in der Musikgeschichte entstanden sind. Umso mehr freute es mich, als ich nun…

    Kommentare deaktiviert für [review] It was fifty years ago.
  • Prosa

    Hundertsechsundzwanzig Stunden.

    Wenn du weg bist, sieht alles verwaschen aus. Die Wohnung, in der wir leben, der Himmel, wie ein Himmel von Manet, wie rote Frauen von Garache. Da ist diese, deine braune Tasche auf dem Bett, ein Teller voller Krümel, deine Schuhe. Da ist dein Durst letzter Nacht noch sichtbar, eine ausgetrunkene Wasserflasche, womöglich eine zweite unter dem Bett. Da ist das Fenster, das von letzter Nacht erzählt, als man betrunkene Jugendliche vorbeilaufen hörte und um vier Uhr morgens die Müllabfuhr. Da ist irgendwo über, unter, neben dir Musik aus den Neunzigern, die jeder kennt und niemand mehr hört. Halbschlaf, tiefer Schlaf, Viertelschlaf, auf der einen und der anderen Seiten, ein…

    Kommentare deaktiviert für Hundertsechsundzwanzig Stunden.
  • Projekt [txt]

    [txt] Glück.

    Wir leben im Glückstaumel und nennen das bisschen Zeit die Beste, die wir hatten während wir an Zuckerwatte von Anekdoten und Träumen wie kleine Kinder naschen   Wir sind Kinder einer neuen Generation. Wir liegen in Betten, in Autos oder an Stränden. Wir zählen nicht, wir zählen nicht aneinander, von voneinander, wir erzählen nicht. Wir haben Füße und Hände, nebeneinander, nacheinander, ineinander, manchmal rufend. Wir atmen tief. Dazwischen Tage und Nächte. Tage mit und ohne Wolken, Nächte, die das Gleiche bieten. Ich höre sagen, ich bin glücklich. Ich höre sagen, ich bin’s nicht. Wir leben zwischen Wortgefecht und Wortgefecht. Zwischen Träumen, die wir noch nicht leben und nie werden. Wir…

    Kommentare deaktiviert für [txt] Glück.
  • Poetik

    Shorties.

    1 // In mir boxt ein scheiß verdammtes Lied zwischen Wirbeln und Rippen Als ob es das schon länger gibt komm mit mir zum Abgrund 2// Und ich sag dir die Hölle da unten ist auch bunt oder fliegen wir ins Firmament wie zwei Silbermöwen siehs als leises Kompliment 3// Ich bin unentwegt traurig, die Nacht legt sich zu mir wenn es dunkelblau ist Und doch – jeden Morgen lässt sie mich allein. 4// Ich hab alte Fotos von dir gerade angesehen, du bist mehr geworden, nicht unbedingt für mich. Wir haben uns aneinander abgearbeitet. 5// Als wär es wichtig dass man mit sich selbst etwas mehr im Einklang steht…

    Kommentare deaktiviert für Shorties.
  • Projekt [txt]

    [txt] Splitter.

    Gestern habe ich mir Bilder von dir angesehen, damals als du gerade erst volljährig geworden bist und dein Gesicht noch die Neugierde auf das Leben eingraviert hatte. Ich weiß noch, diese Bilder habe ich mir heimlich immer wieder einmal angesehen. Du warst so schön darauf. John Green hast du mir empfohlen, ich soll “Looking for Alaska” lesen, du warst meine Alaska. Das Foto von dir im Café auf dem du auf dein letztes Handy schaust hat sich mir eingeprägt. Häufig zeige ich dir Dinge, die mir sehr gefallen. Ich will dich in meinen Kopf schauen lassen, mein Wesen dir in kleinen Stücken darzureichen. Alles wäre wohl zu viel. Letztens hab…

  • Allgemein,  Projekt [txt]

    [txt] entdecken.

    Ich weiß noch, damals, ich war wohl kaum älter als acht Jahre, hat mir mein Opa voller Stolz seinen SS-Ausweis gezeigt. “Schau, das waren noch schöne Zeiten”, hat mein Opa gesagt, in seinen Bart hinein, unter welchen er sonst sehr viel Gram versteckt hielt. Mein Opa hat mir oft von den schönen Zeiten erzählt. Der “Kristallnacht”, so als wär es Weihnachten für ihn gewesen. Der  “Hasenjagd” und wie toll es war, soviel Ungetier zu jagen. Manchmal hat er auch Mensch-ärgere-dich-nicht oder ein Kartenspiel mit mir gespielt. “Spiel nicht immer wie ein Jud”, hat er mich geneckt und mich dann angehalten ein “Ich bin kein Scheißjud” zu schreien, mitten in das…

  • Allgemein,  Projekt [Sterbenswörtchen]

    [Sterbenswörtchen]: Jennifer Düing.

    Wer sind die großartigen Autor/-innen, die hie und da ein Sterbenswörtchen verlieren? Mein Gast für den Monat April ist Jennifer Düing, vielen bekannt als @nachtblau und @goldmomente von Twitter. Jennifer bezeichnet sich selbst als Poesietwitterin und mag Kultur, Ballett und kleine, wunderbare, subtile Dinge. Zurzeit arbeitet Jennifer beim Festspielhaus Baden-Baden als Internetmanagerin – der Kunst den Vorrang gegeben, ist Jennifer aber ebenso eine grandiose Sozialarbeiterin mit viel Herz.  Ihr derzeitiges Projekt Postkartenautorin liegt ihr sehr am Herzen – schon bald wird es ein Poesie-Postkarten-Abo geben. Menschen, die so sehr am Leben hängen, so viele Farben finden für all die Dinge, die man später schmerzlich vermisst, für den täglichen Optimismus, den…

    Kommentare deaktiviert für [Sterbenswörtchen]: Jennifer Düing.
  • Prosa

    Kollektivsplitter.

    “Jetzt hast du, was du wolltest, nicht?” “Nein, so kann ich das nicht.” “Du kannst sehr wohl, du willst nur nicht” “Ich kann DAS wirklich nicht, verstehst du denn nicht?” “Ich bin mir sicher, dass du einfach nicht willst.” “Schön, dann werd ich jetzt wollen wie du willst.” “Aber ich will das auch nicht so.” Betretenes Schweigen breitete sich auf dem quadratischen Tisch im Abendgewimmel aus. Es war früh, und doch zu spät, niemand beachtete die beiden, es war eigentlich zu kalt, um jetzt noch im Café  bei offenen Türen zu sitzen, aber dem Frühling zollt man Respekt. Sie fuhr sich durch ihre zerzausten Haare, ihren Cardigan zog sie weiter…

    Kommentare deaktiviert für Kollektivsplitter.