• Buchrezensionen

    [review] Gelebt, erlebt, überlebt | Gertrude Pressburger

    Buch Es gibt Nächte, in denen fällt es mir schwer, einzuschlafen. Warum Getrude Pressburger in der Nacht schlecht schlafen kann, erklärt sich aus der Biographie: geboren 1927, war sie knapp 11 Jahre alt, als der Anschluss Österreichs and Deutschland vorgenommen wurde. Obwohl der Vater mit jüdischen Wurzeln katholisch getauft wurde, folgte für die Pressburgers eine Odysee. Sie flohen von Jugoslawien nach Italien, ingesamt 6 Jahren lang und entkamen der Deportation nach Ausschwitz nicht. Gertrude überlebte – ihre gesamte Familie  – bestehend auf 2 Brüdern und Eltern wurden umgebracht. Nach einen Aufenthalt in Schweden und mithilfe von Altbundeskanzler Bruno Kreisky kehrte Gertrude zurück nach Wien. Sie versuchte einen Schlussstrich zu ziehen…

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  • Allgemein,  In eigener Sache

    Ein ganz und gar erbauliches Jahr.

    Es wird eigentlich kein Jahresrückblick, es ist eine Abrechnung von den Summen und Unsummen, die man während eines Jahres ausgibt und erledigt. Dieses Jahr stelle ich ebenso die Betrebungen vor – was man lernen und machen will. Ein Tanz um 365 Tage. // private things Ich habe das Jahr erneut versucht Plastikmüll zu vermeiden, und es ist mir weitestgehend gelungen. Hie und da habe ich noch Plastiktüten bekommen bei Kleidung, sonst hatte ich häufig Tasche und Korb mit. Schwer finde ich Müllvermeidung im Lebensmittelbereich, da ich an meinem Wohnort keinen Store oder Supermarkt habe, der Lebensmittel ohne Verpackung verkauft. Ich hoffe, dass sich das die kommende Jahre noch ändern wird.…

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  • Projekt [txt]

    [txt] Kitsch me if you can.

    Ein Buch legt neben mir im Bett. Heute hat es geschneit bis in das Buch hinein, ich sehe die Flocken zwischen den Seiten. Seitenweise erzählt es, ein Reisetagebuch, es wäre unsere fünfte gewesen. Reise. Zwischen den Schneeflocken und auf der Autobahn zwischen den Autos, die Winterorte und Schneelandschaften besuchen, zwischen den Bergen und Tallandschaften, die sich in die Länge ziehen. Ich wäre wie ein Kind im Auto gesessen, und hätte gejubelt, weil es auf die Autoscheibe schneit, dicke Flocken,sie werden weggewischt, es kommen neue, neue Flocken, die Welt sieht mit Schnee viel schöner aus. Ich sehe Mundwinkeln, die nach oben geben wegen des Schnees, es sind nicht meine.   Damals sind…

  • Projekt [Parablüh]

    #Präambel

    Präambel heißt das 13. Gedicht in Cornelia Travniceks Gedichteband “Parablüh” und verbindet sich mit dem Gedicht “All the Dead Dears” von Sylvia Plath. Eine Präambel als feierliche Einleitung für den Vertrag mit dem Tod. Der Tod hat immer etwas Relatives, Morbides, wenn man Material nach dem Tod wird. Zunächst: Material für die Hinterbliebenen – als Materie in Form von Erinnerungen, die zuerst stark sind, dann verblassen, irgendwann verschwinden sogar. Als konkretes Material nach dem Tod für Würmer, Mäuse und Spitzmäuse (wie Plath es in ihrem Gedicht beschrieben hatte: Sie war im archäologischen Museum in Cambridge, wo sie einen Steinsarg entdeckte, der die Skelette von einer Frau, einer Maus und einer…

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  • Projekt [Sterbenswörtchen]

    [Sterbenswörtchen]: Martin Peichl.

    Wer sind die großartigen Autor/-innen, die hie und da ein Sterbenswörtchen verlieren? Mein Gast für den Monat Juni ist Martin, vielen bekannt als @untergeher83 von Twitter. Neben seinem Brotberuf als Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch schreibt Martin jeden Dienstag neue Texte im reading room bei den Dienstagsschreiber/-innen. Martin veranstaltet regelmäßig Lesungen, von beziehungsweise:gelogen  oder Dicht.Dichter.Prosa, auch über österreichische Grenzen ist Martin mittlerweile bekannt, so war er zum Hörgang Bogenhausen als Literat eingeladen worden. Auch Literaturzeitschriften, wie das DUM, lassen Spuren von Martins literarischem Schaffen finden. Ein persönliches Erlebnis veranlasste den aufstrebenden Autor bei 1000Tode, ein Sammelsurium an Literatur über das Sterben und den Tod mitzuschreiben. Sein  Ziel ist der Bachmannpreis…

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  • Allgemein

    #Idyll

    Meine heutige Analyse befasst sich mit dem sechsten Gedicht von Cornelia Travnicek “Idyll” und mit Sylvia Plaths “Hardcastle Crags” (siehe Referenzen im unteren Bereich) Sylvia Plath erwählte den britischen Ort “Hardcastle Crags” um ein Gedicht über die Konformität zu schreiben. Im konkreten Sinne schreibt sie von einer Frau, die sich den Boden zurechttrampelt, sie wird müde, beobachtet Tiere, die zu Stein geworden sind, und führt ihren Weg spät in die Nacht weiter, bevor sie von Steinen und Hügeln zerdrückt wird, beugt sich das lyrische Ich und geht zurück. Die figurative Bedeutung des Gedicht lässt auf den inneren Kampf mit der weiblichen Konformität einer männerorientierten Welt schließen. Das Aufbegehren bezüglich dieser…

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  • Allgemein,  Projekt [txt]

    [txt] entdecken.

    Ich weiß noch, damals, ich war wohl kaum älter als acht Jahre, hat mir mein Opa voller Stolz seinen SS-Ausweis gezeigt. “Schau, das waren noch schöne Zeiten”, hat mein Opa gesagt, in seinen Bart hinein, unter welchen er sonst sehr viel Gram versteckt hielt. Mein Opa hat mir oft von den schönen Zeiten erzählt. Der “Kristallnacht”, so als wär es Weihnachten für ihn gewesen. Der  “Hasenjagd” und wie toll es war, soviel Ungetier zu jagen. Manchmal hat er auch Mensch-ärgere-dich-nicht oder ein Kartenspiel mit mir gespielt. “Spiel nicht immer wie ein Jud”, hat er mich geneckt und mich dann angehalten ein “Ich bin kein Scheißjud” zu schreien, mitten in das…

  • Projekt [txt],  Prosa

    [txt] Alkohol.

    Die einzigen Bilder, die ich von dir habe zeigen dich mit einer Flasche Bier. Du mit mir an Weihnachten und die Flasche Bier, du mit mir an Ostern und die Flasche Bier, du mit mir, meiner Geburtstagstorte, Geschenken und die Flasche Bier. Ich hatte die Flasche Bier als vollwertiges Familienmitglied akzeptiert gehabt. Familienmitglieder muss man gut behandeln, hast du immer gesagt, als du dir zum Frühstück eine Flasche aufgemacht hast. Für mich Kakao, für dich Bier. Du warst sehr nett zu mir immer, manchmal hast du den Rest übrig gelassen, für deine Kleine. Ich habe Bier nicht gemocht, aber ich wollte dich nie enttäuschen. Dein Geruch nach Schweiß und Bier…

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  • Prosa

    Kollektivsplitter.

    “Jetzt hast du, was du wolltest, nicht?” “Nein, so kann ich das nicht.” “Du kannst sehr wohl, du willst nur nicht” “Ich kann DAS wirklich nicht, verstehst du denn nicht?” “Ich bin mir sicher, dass du einfach nicht willst.” “Schön, dann werd ich jetzt wollen wie du willst.” “Aber ich will das auch nicht so.” Betretenes Schweigen breitete sich auf dem quadratischen Tisch im Abendgewimmel aus. Es war früh, und doch zu spät, niemand beachtete die beiden, es war eigentlich zu kalt, um jetzt noch im Café  bei offenen Türen zu sitzen, aber dem Frühling zollt man Respekt. Sie fuhr sich durch ihre zerzausten Haare, ihren Cardigan zog sie weiter…

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  • Prosa

    Most beautiful girl.

    Most beautiful girl steht da in deinem Profil. Also nicht nur. Da steht: In love with the most beautiful girl.  Ich sehe dein most beautiful girl, sie lächelt, sie wirkt engelsgleich, du siehst nicht aus wie du selbst. Du lächelst, benommen, so als hättest du dich unter Drogen gesetzt. Du würdest sagen, dass das die Liebe ist. Ich habe dir damals gesagt, dass alle Männer handfeste Trottel sind, wenn sie sich verlieben. Das hast du mir nicht geglaubt. Du sagtest, ein handfester Trottel schickt dir keine Postkarten aus Dubai, goldene, mit ästhetischen Motiven darauf. Was waren wir getrennt. Du warst so oft weg, du musst Karriere machen, du bist immer wieder gegangen, deine…