• Projekt [txt]

    [txt] grenzenlos.

    Immer, wenn ich vorbei an den drei Kiefern laufe, den weißen Schotter betrete, der von der Wärme des Tages aufgewärmt ist, dann denke ich daran: Bald ist Glück. 47 Stufen bis Glück. Ich habe das Glück seit 8 Jahren nicht mehr besucht. Das Glück war immer nur zu zweit möglich. Im Sommer, in der Augusthitze, die von Gewittern und Kaltfronten geschwängert war, vom Schatten, der nachmittags um vier Uhr hereinbrach, weil die Berge viel zu hoch und die Seen viel zu tief waren. Sie wusste das Glück zu schätzen, welches zwischen den Kiefern vor und hinter dem Haus, von den Platanen im Vorgarten und den Rosensträuchern, die den Weg zäumten,…

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  • Allgemein

    [review] Northern Gothic | Andreas Gruber

    Das Buch Seit Zombieland und The Walking Dead haben Romane, Filme und Comics über Zombies wieder Hochkonjunktur. Und Hochkonjunktur haben in diesem Sammelband an Kurzgeschichten nicht nur Zombies, sondern Mörder und seltsame und zwielichtige Gestalten. Dann tritt Sherlock Holmes zu Tage, der in der Zeit herumreist oder man erkundet eine Klinik in Dresden, die prompt zum Horror wird. 13 Geschichten, die einen in Raum und Zeit herumreisen lassen… Der Autor Andreas Gruber (*1968 in Wien) lebt und arbeitet in Grillenberg (NÖ) hat bereits viele Bücher veröffentlich, darunter die berühmten Snejder-Krimis ein ähnliches Buch (Horrorkurzgeschichten) ist kürzlich unter dem Titel Ghost Writer erschienen Die Ansicht Wer mich kennt, der weiß, ich…

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  • Projekt [txt]

    [txt] Anfang.

    Er setzt sich auf ihren Lippenrand, damit er aufhört sich zu kräuseln, damit er still ist, damit er nicht immer das Leid predigen muss, das ihm widerfahren ist. “Sei still” zischt er zwischen ihren Zähnen hindurch, sie war still, nur in Gedanken nicht, da war sie nie still. Sie war immer laut und wird immer laut bleiben. Sie beißt zurück, eine Farce, ihre Lippen sind ohnehin schon wie alte Lumpen zerschlissen, die Hautfetzen hängen herab, er lässt sie trotzdem nicht los. Sie setzt sich auf ihn, genauso leise wie ihr sensibles Tastorgan im Gesicht. Ihr Gewicht will sagen: Das ist alles, was ich dir geben kann. Eine Möglichkeit, ein Anfang.…

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  • In eigener Sache

    Objekt und Frau.

    Objekt und Frau. Was mehr nach Kunstausstellung klingt, ist das Resultat nach längeren Diskussionen dieser Woche. Häufig lese ich Kurzgeschichten und anderweitige Prosa von Freund/-innen, Bekannten und anderen literaturbegeisterten Menschen. Was mir besonders in letzter Zeit aufgefallen ist, ist das Selbstbild, das sich in den Texten wiederfinden lässt und die gesonderte Zeichnung eines “Lyrischen Du”. Kurzum – recht begeistert war ich von der Zeichnung des “Lyrischen Du” nicht, zumal es häufig zu einer Objektifizierung gekommen war. Ganz so schlimm wie in der US-Serie “Mad Men” kann dieser Objektifizierungsgrad nicht angegeben werden, aber er hinterlässt selbst in jungen Autor/-innen immer noch unüberlegte Gender Bias. Dies ist vor allem dann schmerzlich für…

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  • Prosa

    With a little help from my friends.

    Ich weiß noch, wir sind im Auto gesessen und haben die Beatles gehört. Es ist nicht die Musik unserer Generation, wir hören sie trotzdem. Wir kennen die Lieder von unseren Eltern, sie schätzten sie nie so sehr wie wir. Deine Finger trommeln leise am Lenkrad mit, du wusstest nicht, dass es eine Twist&Shout Version von den Beatles gibt. Ich erzähle dir,dass John Lennon das Lied mit Heiserkeit eingesungen hat und deshalb seine Stimme tiefer klang. Es interessiert dich nur mäßig,du singst lieber falsch mit. Wir sind unterwegs, irgendwo hin und ich wünschte, dieses unterwegs sein endet nie. Long and windy road könnten wir hören, aber es würde uns zu melancholisch…

  • Projekt [txt]

    [txt] Glück.

    Wir leben im Glückstaumel und nennen das bisschen Zeit die Beste, die wir hatten während wir an Zuckerwatte von Anekdoten und Träumen wie kleine Kinder naschen   Wir sind Kinder einer neuen Generation. Wir liegen in Betten, in Autos oder an Stränden. Wir zählen nicht, wir zählen nicht aneinander, von voneinander, wir erzählen nicht. Wir haben Füße und Hände, nebeneinander, nacheinander, ineinander, manchmal rufend. Wir atmen tief. Dazwischen Tage und Nächte. Tage mit und ohne Wolken, Nächte, die das Gleiche bieten. Ich höre sagen, ich bin glücklich. Ich höre sagen, ich bin’s nicht. Wir leben zwischen Wortgefecht und Wortgefecht. Zwischen Träumen, die wir noch nicht leben und nie werden. Wir…

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  • Projekt [txt]

    [txt] Wald.

    Vater hat ein blaukariertes Hemd an und schwere Stiefel, mit Stahlkappen ausgestattet. Mit Zugseil, Axt, Keil, Motorsäge und einem dreckbeschmierten Helm packt er seinen Traktor und mich und zieht mich in die Tiefen seines Waldes. Grundbesitz muss man wahren, sagt mein Vater immer. Mein Vater hält viel auf Grundbesitz und Ehre. Meine Mutter schweigt in die Luft, dass mein Vater eigentlich mit der Ehre verheiratet ist, aber das würde sie nie laut sagen. Meine Mutter hat Angst vor meinem Vater. Mein Vater ist der ehrenwerteste Mann im Dorf, sagt mein Bruder Jurk. Jurk darf mit meinem Vater in das Dorf gehen und darf Geschichten hören, und kann immer erzählen, was…

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  • Projekt [txt]

    [txt] Splitter.

    Gestern habe ich mir Bilder von dir angesehen, damals als du gerade erst volljährig geworden bist und dein Gesicht noch die Neugierde auf das Leben eingraviert hatte. Ich weiß noch, diese Bilder habe ich mir heimlich immer wieder einmal angesehen. Du warst so schön darauf. John Green hast du mir empfohlen, ich soll “Looking for Alaska” lesen, du warst meine Alaska. Das Foto von dir im Café auf dem du auf dein letztes Handy schaust hat sich mir eingeprägt. Häufig zeige ich dir Dinge, die mir sehr gefallen. Ich will dich in meinen Kopf schauen lassen, mein Wesen dir in kleinen Stücken darzureichen. Alles wäre wohl zu viel. Letztens hab…

  • Allgemein,  Projekt [txt]

    [txt] entdecken.

    Ich weiß noch, damals, ich war wohl kaum älter als acht Jahre, hat mir mein Opa voller Stolz seinen SS-Ausweis gezeigt. “Schau, das waren noch schöne Zeiten”, hat mein Opa gesagt, in seinen Bart hinein, unter welchen er sonst sehr viel Gram versteckt hielt. Mein Opa hat mir oft von den schönen Zeiten erzählt. Der “Kristallnacht”, so als wär es Weihnachten für ihn gewesen. Der  “Hasenjagd” und wie toll es war, soviel Ungetier zu jagen. Manchmal hat er auch Mensch-ärgere-dich-nicht oder ein Kartenspiel mit mir gespielt. “Spiel nicht immer wie ein Jud”, hat er mich geneckt und mich dann angehalten ein “Ich bin kein Scheißjud” zu schreien, mitten in das…

  • Projekt [txt],  Prosa

    [txt] Alkohol.

    Die einzigen Bilder, die ich von dir habe zeigen dich mit einer Flasche Bier. Du mit mir an Weihnachten und die Flasche Bier, du mit mir an Ostern und die Flasche Bier, du mit mir, meiner Geburtstagstorte, Geschenken und die Flasche Bier. Ich hatte die Flasche Bier als vollwertiges Familienmitglied akzeptiert gehabt. Familienmitglieder muss man gut behandeln, hast du immer gesagt, als du dir zum Frühstück eine Flasche aufgemacht hast. Für mich Kakao, für dich Bier. Du warst sehr nett zu mir immer, manchmal hast du den Rest übrig gelassen, für deine Kleine. Ich habe Bier nicht gemocht, aber ich wollte dich nie enttäuschen. Dein Geruch nach Schweiß und Bier…

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