• Projekt [txt]

    [txt] Nein.

    Eigentlich müsse sie es schon wissen, dass er immer “Nein” zu ihr sagen würde. Das “Nein” hat sich in seinen Augen festgekrallt, wie eine Katze in Todesangst, wenn sie droht von einer Klippe zu stürzen. Er hat Angst vor ihr, zeigt es ihr mit Gleichgültigkeit. Neben dem “Nein” steht immer ein “Du bist mir egal” im Regal. Seine Buchreihen sind voller Bücher mit Ablehnung gefüllt. Seine liebste Abteilung ist mittlerweile die “Literatur für etwaige Jobangebote im Ausland” geworden. Die präsentiert er ihr ganz gerne, Buch für Buch. Möglichkeiten in der Zukunft, die er so sieht, und wo man sich so als junger Mann in seinen anfänglichen Dreißigern so sehen kann.…

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  • Poetik

    Lächerlichkeitstode.

    Wir kleben zusammen wie loses Papier meine Verbindungsanfrage war zu komplex die hast du nicht verarbeiten können möglicherweise waren da zuviele Via-Stationen es kostet schon extrem viel Mut dir den sozialen Lächerlichkeitstod zu ersparen meine Kassen klingen nicht mehr ich hab da ein Loch dass du mir rausreißt wenn du sagst du gehst du gehörst auch nicht an das lose Meer aber ich bin lieber kaputt als getrennt von deinem Trotteldasein und kleb mich zusammen mit Kleister aus Tee     Bildnachweis.

  • Prosa

    Hundertsechsundzwanzig Stunden.

    Wenn du weg bist, sieht alles verwaschen aus. Die Wohnung, in der wir leben, der Himmel, wie ein Himmel von Manet, wie rote Frauen von Garache. Da ist diese, deine braune Tasche auf dem Bett, ein Teller voller Krümel, deine Schuhe. Da ist dein Durst letzter Nacht noch sichtbar, eine ausgetrunkene Wasserflasche, womöglich eine zweite unter dem Bett. Da ist das Fenster, das von letzter Nacht erzählt, als man betrunkene Jugendliche vorbeilaufen hörte und um vier Uhr morgens die Müllabfuhr. Da ist irgendwo über, unter, neben dir Musik aus den Neunzigern, die jeder kennt und niemand mehr hört. Halbschlaf, tiefer Schlaf, Viertelschlaf, auf der einen und der anderen Seiten, ein…

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  • Projekt [txt]

    [txt] Splitter.

    Gestern habe ich mir Bilder von dir angesehen, damals als du gerade erst volljährig geworden bist und dein Gesicht noch die Neugierde auf das Leben eingraviert hatte. Ich weiß noch, diese Bilder habe ich mir heimlich immer wieder einmal angesehen. Du warst so schön darauf. John Green hast du mir empfohlen, ich soll “Looking for Alaska” lesen, du warst meine Alaska. Das Foto von dir im Café auf dem du auf dein letztes Handy schaust hat sich mir eingeprägt. Häufig zeige ich dir Dinge, die mir sehr gefallen. Ich will dich in meinen Kopf schauen lassen, mein Wesen dir in kleinen Stücken darzureichen. Alles wäre wohl zu viel. Letztens hab…

  • Prosa

    Weg.

    Seit dem 15. bist du weg. Du bist einfach gegangen, hast nicht gefragt, ob ich das will. Du bist weg. Da liegt noch deine Zahnbürste, diese Eventualitäten-Zahnbürste, die du nie mehr wieder anrühren wirst. Die liegt da im Bad, neben dem Staub, der mehr wird, aber vielleicht bist du das, das neben dem Staub. Oder wie der Staub am Bahnhof, den man nicht sieht, weil Bahnhöfe nie mit Staub verbunden werden. Bahnhöfe verbindet man mit Abschied und Ankommen, mit Gehen und Wiederkommen, mit Kälte und Wind und Laufen und Koffer in die Hacken bekommen. Ich verbinde Bahnhofe mit Nie-mehr-Wiedersehen, mit der Endgültigkeit, mit dem Weggehen, mit dem Nicht-mehr-Ankommen-Können, mit dem…

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  • Reviews

    review // Heimat in Großdeutschland – Teil 2

    Die lange Nacht der Museen bot die Möglichkeit, das Museum der Friedensgemeinde Erlauf zu besichtigen. Eine Dauerausstellung auf 250 Quadratmeter bietet Einblicke in die Heimat während es zu Großdeutschland gehörte, vor allen aber danach die Geschichte des Totalitarismus erzählt und zeitgleich versucht herauszufinden, was den Frieden ist und wie man ihn bewahren kann. In der langen Nacht der Museen waren Zeitzeugen geladen, die zum zweiten Weltkrieg befragt wurden. Den Teilnehmenden wurde schnell klar, dass jene Zeitzeugen, die den zweiten Weltkrieg wirklich bewusst miterlebt haben, eine kleine Minderheit sind und diese Generation im Prinzip schon ausgestorben ist. Die Zeitzeugen, die bei der langen Nacht der Museen geladen waren, waren noch sehr jung,…

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  • napowrimo

    I heard it through the graveyard //napowrimo 16.19

    We know what’s power and we know what’s fail we know that time is coming to pass timezones were abolished because the inner time of everybody is almost the same We know what´s fight and we know what´s win we know that time is changing as well courage was introduced because there´s need bullets were invited to be kissed We know what´s past and we know what´s written we know that time puts us to shame silence was not given to us for eternity houses still will fall the same.

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  • napowrimo

    //napowrimo 16.6

    Im dritten der Kriegsjahre ganz vergessen wie kalt und traurig ein Abend ist an dem Lieder klingen ausgehöhlt an Sinn und stumm vor sich hinsummen in Fluten Alles erstickt in Strömen vor sich hin Flammen laufen nur wenn sie ertrinken trägt man das Blut nach außen versiegt es dann im Innen Schwer zu ersehnen ist ein Leben auf dem Feld ein Schachzug mehr ein Schlachtzug weniger träumt nichts mehr

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  • Allgemein,  Poetik

    If I were.

    If I were a month, I’d be december, as calm, lonely and peaceful someone can be. If I were a day of the week, I’d be friday because if it´s friday, I would be in love If I were a verb, I’d be “trust” “there´s nothing more to learn”, he told me If I were a sea animal, I’d be a turtle half in the ocean, half at the pebbly cove If I were an object in a living room, I’d wing chair magnificent, glorious and old If I were a gemstone, I’d be some snow flake spotted, stained und pure If I were a flower, I’d be lily of…

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  • Allgemein,  Projekt [txt]

    [txt] Berg.

    Berg und Berg kommen nicht zusammen aber Mensch und Mensch sagst du mir ja ins Gesicht Idiot das nenn ich dich aber steil bist du denn schon die halbe Lunge verschenkt für Zigarett`n voller Wut. Der Glaube versetzt Berge schreit das Echo in die Wand Hoffnung etwas Glück so auch widerhallt es Teil für Teil aber wen und was will man besteigen wie die Gipfel für das bisschen Augenblick Kommt der Berg nicht zum Propheten schürst du deine Wunden auf schluchzen können Berge auch schweig ich dir schon ins Gesicht aber was willst du tragen Schuld oder falsches Lächeln mehr als das bekomm ich nicht. Höchste Berge kommen vom Meer…

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