• Allgemein,  Projekt [txt]

    [txt] entdecken.

    Ich weiß noch, damals, ich war wohl kaum älter als acht Jahre, hat mir mein Opa voller Stolz seinen SS-Ausweis gezeigt. “Schau, das waren noch schöne Zeiten”, hat mein Opa gesagt, in seinen Bart hinein, unter welchen er sonst sehr viel Gram versteckt hielt. Mein Opa hat mir oft von den schönen Zeiten erzählt. Der “Kristallnacht”, so als wär es Weihnachten für ihn gewesen. Der  “Hasenjagd” und wie toll es war, soviel Ungetier zu jagen. Manchmal hat er auch Mensch-ärgere-dich-nicht oder ein Kartenspiel mit mir gespielt. “Spiel nicht immer wie ein Jud”, hat er mich geneckt und mich dann angehalten ein “Ich bin kein Scheißjud” zu schreien, mitten in das…

  • Reviews

    review // Heimat in Großdeutschland – Teil 2

    Die lange Nacht der Museen bot die Möglichkeit, das Museum der Friedensgemeinde Erlauf zu besichtigen. Eine Dauerausstellung auf 250 Quadratmeter bietet Einblicke in die Heimat während es zu Großdeutschland gehörte, vor allen aber danach die Geschichte des Totalitarismus erzählt und zeitgleich versucht herauszufinden, was den Frieden ist und wie man ihn bewahren kann. In der langen Nacht der Museen waren Zeitzeugen geladen, die zum zweiten Weltkrieg befragt wurden. Den Teilnehmenden wurde schnell klar, dass jene Zeitzeugen, die den zweiten Weltkrieg wirklich bewusst miterlebt haben, eine kleine Minderheit sind und diese Generation im Prinzip schon ausgestorben ist. Die Zeitzeugen, die bei der langen Nacht der Museen geladen waren, waren noch sehr jung,…

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  • napowrimo

    //napowrimo 16.8

    Was keiner wollte und keiner gesagt haben will was keiner meinte und nie so gehabt haben wollte was keiner sagte und doch jeder meinen wollte was keiner wagte und doch ein jeder wollte was keiner redete und jeder wissen wollte was keiner wählte und jeder erhoffte war dann einer den niemand mehr wollte.

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  • Allgemein,  Poetik

    Lippenbekenntnisse.

    Lippen so schmal wie ein Schlussstrich erstreckt sich darauf ein Lineal wir messen Bekenntnisse an Unmut und Verrat. Füße so stramm gegen den Boden eins und zwei darauf ein Schritt wir treten die Wahrheit nach Belieben und Geschick. Rückkrater so verbogen wie ein Ast man wendet sich darauf ist Verlass wir reden von Versagen noch blind und voller Hass. Brüste so stolz geschwollen wie vor Zeiten die Fahnen darauf ist doch klar wir stoßen erneut den Weg vor uns frei für die einheitliche Schar. Hände so stark wie Stangen aus Eis halten darauf was nicht ist wie sie wir kennen das Ziel vor uns tot oder leblos – wir wollten…

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  • Allgemein,  Prosa

    Radikalität und Rassismus.

    Seit Wochen sagst du mir, dass ich wütend bin. “Warum bist du dauernd so wütend? Es gibt keinen Grund dazu”, sagst du mir. Du verstehst meine Gründe nicht. Ich bin wütend und ich weiß, dass es wenig bringt, dir meine Gründe darzulegen. Ich erzähle dir nicht mehr davon, dass es mich unendlich wütend macht, wie Menschen, die nicht in demselben Land wie du geboren sind, schlecht behandelt werden. Das mitten in Europa reiche Länder Menschen dahinsiechen lassen, als könnten sie nicht mehr leisten.  Ich rede schon gar nicht mehr davon, dass es mich wütend macht, wie Menschen radikal und ungebremst ihre Meinung kundtun, die alles andere als demokratisch ist.  Du…