• Prosa

    Weg.

    Seit dem 15. bist du weg. Du bist einfach gegangen, hast nicht gefragt, ob ich das will. Du bist weg. Da liegt noch deine Zahnbürste, diese Eventualitäten-Zahnbürste, die du nie mehr wieder anrühren wirst. Die liegt da im Bad, neben dem Staub, der mehr wird, aber vielleicht bist du das, das neben dem Staub. Oder wie der Staub am Bahnhof, den man nicht sieht, weil Bahnhöfe nie mit Staub verbunden werden. Bahnhöfe verbindet man mit Abschied und Ankommen, mit Gehen und Wiederkommen, mit Kälte und Wind und Laufen und Koffer in die Hacken bekommen. Ich verbinde Bahnhofe mit Nie-mehr-Wiedersehen, mit der Endgültigkeit, mit dem Weggehen, mit dem Nicht-mehr-Ankommen-Können, mit dem…

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  • Prosa

    Bis bald.

    Immer diese leeren Verabschiedungen, wenn du deinem Gegenüber ein “Bis bald, ruf mich an”, oder ein “Bis später” in den Mund küsst. Dann diese Höflichkeit folgend, dass es schön war, ja, dass es bald einer Wiederholung bedürfe, dass man sich bald wieder sehen müsse, unbedingt oder zumindest anrufen. Nicht mehr über Verabschiedungen sagen,  weil alles immer nur hohle Phrasen sind, niemand sich je wieder meldet und dieses “Bis bald” groß im Raum steht, immer größer wird und dann wie ein Luftballon auf Überdruck zerplatzt. Sag nicht mehr “Bis bald”, wenn du “Auf Nimmerwiedersehen” meinst, will ich dir hinterher rufen und nichts mehr in den Mund küssen und nichts mehr auf…

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  • napowrimo

    Abschiede. //napowrimo 16.27

    Ich schreibe, denn dann wenn ich nicht mehr bin Zeilen in deinem Mund beben dass der Wind sich um dich erhebt du dann sagst, so wars gemeint. Wort um Wort ballt sich dann um deine Zunge – zieht ganz fest zu du kennst mich erst jetzt kannst nichts mehr sagen der Knoten in deinem Hals er lässt dich mich nicht ertragen Warum hast du es bloß gewagt wirst du mich leise fragen dein Kopf wird nicht mehr schlafen aber meine Seele war nie schöner Ganze Bücher schrieb ich dir wirst sie dann erst lesen aber eines ist mir gewiss dann wird man verstehen.

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  • napowrimo

    bad decision // napowrimo 16.20

    Your decision fell like a stone on my broken and peforated breast the same did my forced smile – it wandered to my chest. I should have known, was no surprise my fault to have some good believes I veered my memories out of head shook you out of my high relieves. The stone hit the stone inside of me you called it heart, I call it gear i´ve never had to relearn how to live i´ve always existed in anger and fear.

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  • napowrimo

    Kissenküsserei. //napowrimo 16.10

    Ein Kissen schaut mich an am Morgen fahl und kalt wie der Totenschein hart und träge sind die Laken als bette man am Totenstein. Ein Spiegel schaut verwehrt zurück lässt die Zeit nun rückwärts laufen es hält nichts an, nichts warm Zuneigung kann man nicht erkaufen. Still liegt man im kalten Bette wo nächtens noch ein Feuer brannt’ rundherum schweigt nun der Tag das Ende hat man nicht erkannt. Kommt Abend, kommt sobald der Rat trinken hilft gegen alle Lust so bitter hätt’ man’s nie gedacht füllt sich eins so voller Frust.

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  • Allgemein,  Poetik

    Wunderdecken.

    Wir suchen uns einen Garten womöglich einen Zoo Buchstaben für das Spielbrett leben können wir auch so ich schenk dir meine Wolke ist die halbe Miete du mir deine Steine das was das Leben sonst so biete den Morgen ahnten wir schon damals Selbsthass macht nur keinen froh. Wir hoffen uns einen Anfang womöglich keine Haltestrecke die Platten auf deinem Schrank bis an deine Altbauwohnungzimmerdecke ich gib dir meine Blätter ist mein halber Sinn du mir deine Schuhe Wut tropft von deinem Kinn den Abend vernahmen wir auch damals Sabotage hat nur keine Zwecke. Wir finden uns ein(en)ander womöglich meistens leer deine Lieder auf meinem Bett ewig leiden liegt uns…

  • Allgemein,  Poetik

    If I were.

    If I were a month, I’d be december, as calm, lonely and peaceful someone can be. If I were a day of the week, I’d be friday because if it´s friday, I would be in love If I were a verb, I’d be “trust” “there´s nothing more to learn”, he told me If I were a sea animal, I’d be a turtle half in the ocean, half at the pebbly cove If I were an object in a living room, I’d wing chair magnificent, glorious and old If I were a gemstone, I’d be some snow flake spotted, stained und pure If I were a flower, I’d be lily of…

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  • Allgemein,  Projekt [txt]

    [txt] Berg.

    Berg und Berg kommen nicht zusammen aber Mensch und Mensch sagst du mir ja ins Gesicht Idiot das nenn ich dich aber steil bist du denn schon die halbe Lunge verschenkt für Zigarett`n voller Wut. Der Glaube versetzt Berge schreit das Echo in die Wand Hoffnung etwas Glück so auch widerhallt es Teil für Teil aber wen und was will man besteigen wie die Gipfel für das bisschen Augenblick Kommt der Berg nicht zum Propheten schürst du deine Wunden auf schluchzen können Berge auch schweig ich dir schon ins Gesicht aber was willst du tragen Schuld oder falsches Lächeln mehr als das bekomm ich nicht. Höchste Berge kommen vom Meer…

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  • Allgemein,  Poetik

    Lippenbekenntnisse.

    Lippen so schmal wie ein Schlussstrich erstreckt sich darauf ein Lineal wir messen Bekenntnisse an Unmut und Verrat. Füße so stramm gegen den Boden eins und zwei darauf ein Schritt wir treten die Wahrheit nach Belieben und Geschick. Rückkrater so verbogen wie ein Ast man wendet sich darauf ist Verlass wir reden von Versagen noch blind und voller Hass. Brüste so stolz geschwollen wie vor Zeiten die Fahnen darauf ist doch klar wir stoßen erneut den Weg vor uns frei für die einheitliche Schar. Hände so stark wie Stangen aus Eis halten darauf was nicht ist wie sie wir kennen das Ziel vor uns tot oder leblos – wir wollten…

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  • Allgemein,  Prosa

    Radikalität und Ende.

    If you walk away, I´ll walk away First tell me which road you will take I don’t want to risk our paths crossing some day So you walk that way, I’ll walk this way Ich sagte dir, dass es leichter ist über den Tod nachzudenken, als über die Zukunft. Du meintest, aber die Zukunft wäre schöner als der Tod. Wir stehen jetzt hier – du am Scheideweg Zukunft und ich auf dem Pfad des Todes. Du magst nicht mehr über den Tod nachdenken, und ich erzähle dir, wie großartig es ist, dass es etwas im Leben gibt, dass endgültig ist, nicht so unstet, nicht so wie die Zukunft, die bloß…

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