• Allgemein,  Prosa

    Radikalität und Rassismus.

    Seit Wochen sagst du mir, dass ich wütend bin. “Warum bist du dauernd so wütend? Es gibt keinen Grund dazu”, sagst du mir. Du verstehst meine Gründe nicht. Ich bin wütend und ich weiß, dass es wenig bringt, dir meine Gründe darzulegen. Ich erzähle dir nicht mehr davon, dass es mich unendlich wütend macht, wie Menschen, die nicht in demselben Land wie du geboren sind, schlecht behandelt werden. Das mitten in Europa reiche Länder Menschen dahinsiechen lassen, als könnten sie nicht mehr leisten.  Ich rede schon gar nicht mehr davon, dass es mich wütend macht, wie Menschen radikal und ungebremst ihre Meinung kundtun, die alles andere als demokratisch ist.  Du…

  • Allgemein,  Prosa

    Antikörper.

    Der Küchenboden war kalt, schwarz und weiß, die Fußabdrücke konnte man direkt sehen. Ein Tisch stand am Rand jener Wand, die 4 Meter in die Höhe schoss und von unten kein Ende zu haben schien, 4 Stühle beim Tisch stehend, zwei davon waren vollgeräumt mit Zeitungen, eine kahle Küche, die außer einer fast verdörrten Pflanze und Geschirr aus den Fünfzigern nichts zu bieten hatte. Sie saß zusammengekauert auf einem Sessel, in der Hand einen mit Haltbarmilch – gemachten – Kakao, eine Autozeitschrift aus den 80igern auf dem Tisch. Eine Hand legt sie in den Nacken, die Haare auf ein Knäuel zusammengebunden und der Stille zuhörend. Ihre billige Mascara war im…

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  • Allgemein,  Poetik

    Ich wär dir ein Gedicht.

    Du wirst dich in mich verlieben. Nein, stopp. Du wirst dich in mein lyrisches-Ich verlieben. Du wirst mir sagen, wie gut ich schreiben kann und es bedauerlich ist, dass ich noch kein Buch veröffentlicht habe, zumindest einen Lyrikband, ja das muss ich bis Anfang 30 noch schaffen, sagst du mir. Ich habe so schöne Worte, sagst du, und fragst, ob ich nicht ein paar für dich übrig hätte. Also schenke ich dir ein paar Worte, hie und da in ein Gedicht verpackt, da bist du dann für ewig zwischen den Zeilen versteckt und du wirst vor Stolz über gehen, weil das nie jemand für dich getan hat. Du wirst mich…

  • Allgemein,  Poetik

    Reiz.

    Für das Schreiben braucht man einen kalten Kopf und ein heißes Herz doch mein Herz ist kalt und mein Kopf heiß, so heiß. Heiße Zungen lecken das Papier es schneidet die Zunge entzwei mit gespaltenen Zungen schreibt man nicht alles ist vergeblich. Worüber soll man schreiben wenn alles sich aus Asche erhebt und zugleich zerfällt Phönixfedern sind so schwer zu halten und zu schreiben, meine Tränen heilen nicht. Enthäute mich Wort für Wort, kein Kummer ist des Schreibens wert. Vergehe kaltes Herz, nichts trägt schwerer als dein Reiz.

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  • Allgemein,  Projekt [txt]

    Projekt *txt // Acht Takte Vertrauen

    Irgendwann einmal zieh ich der Welt den Stecker und endlich ist alles still dann hör ich mich das Blut pulsiert in meinen Adern der Zeit mein Atem wird die Stadt erschaudern ein Vakuum an Gedanken lass ich frei mach die Vorhänge auf meine Atemzüge stolpern an meinem Sein ich gebe acht Takte mir zu vertrauen in der Melodie der Selbstakzeptanz wasche mir die Farbe der Selbstpanzerung ab und werde mit meinen Gedanken an der Hand durch die Nacht schlendern an das Meer laufen, weil ich keine Angst verspür.   Mehr als acht Zeilen finden sich auf der Beitragsseite für das Wort Acht, welche als Projekt *txt von Dominik Leitner gesammelt…

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  • Allgemein,  Projekt [txt]

    Projekt *txt // Fassadenmaskerade

    Er trägt jeden Tag eine andere Maske und hat sie mit Worten beklebt. er spricht jeden Tag einen anderen Slang und hat ihn mit Stolz verwebt. Er zeigt jeden Tag eine neue Fassade und hat sie mit Gedichten verbaut, er zeigt jeden Tag andere Mienen, dass ihm erschaudert und graut. Er zeigt jeden Tag ein graue Facette und hat sie mit weiß beschmiert, er singt jeden Tag die alten Lieder, damit er sich nicht verliert. Er trägt jeden Tag ein neues Kostüm und hat die alten doch überdeckt, er trägt jeden Tag stets dasselbe Gesicht, er hat´s nur unter Masken versteckt. Dies ist ein Gedicht für das Projekt *txt von…

  • Allgemein,  Poetik

    DEIN! DEIN? DEIN.

    Alle vier Jahreszeiten gepackt verknotet und an dich gedrückt dich mit Hoffnung eingewickelt DEIN! Dein? dein. Alle Lügen zusammengelegt geteilt und sie dir dagelassen in naiven Glauben eingetaucht DEIN! Dein? dein. Alle deine stillen Augenfarben gemischt und überall an mir verteilt ich schmeckte nach deinem Seelenatem DEIN! Dein? dein. Alle deine leisen Zeitentränen angehört und in mein Ohr gegossen und damit das Herz aufgebrannt DEIN! Dein? Dein. Alle deine leeren Worten aufgefasst Ketten geschmiedet und mich angehängt ich vermag die Adlerschnäbel spüren DEIN! Dein. Dein?       [.txt*] ist ein grandioses Projekt von Dominik Leitner. Jedes Monat betritt ein neues Wort die Bühne, dass verlangt, schriftlich aufgeführt zu werden.…

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  • Allgemein,  napowrimo

    Wo ich ende und du beginnst.

    Es ist nicht nur da – wo ich ende und du beginnst sondern wo ich beginne und du endest zwischen den Liedern im Kontext unserer Natur nebenbei der Rhythmus unserer Erfahrungen zwischen Konflikt und Kopulation zwischen dem Gebrüll und dem Schweigegelübde der gelebten Vergangenheit unterhalb der ganzen Wahrheit und oberhalb der Halbwahrheiten im Dreiviertelmond Wo ich ende da beginnst du den bahnbrechenden Taktstrichen im 8/5 Takt des Nichtmehrwollens und wo ich beginne wo du endest in der Reprise des ewigen Scheiterns.     Als Inspiration diente die grandiose Textvorlage der großartigen Sarah Berger.

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  • Allgemein,  napowrimo

    Kunstvoll.

    Nichts ist ihr die Kunst und doch alles so geht es ihr mit vielem kunstvoller Raub an dem, was ihr wertvoll ist und alles – sie ist himmelhöllenrot Vergangenheitsquelle in der Kunst ihrer Wahrnehmung kunstlos gestorben. Alles ist ihr die Kunst und doch nichts und so geht es ihr mit dem wenigen kunstvoll Erbeuteten und alles, was nie ist dunkelhellwahr Zukunftsmusikvisionen weit weg von hier in Gedanken wieder geboren.

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  • Allgemein,  napowrimo

    Haus eines Selbstmörders.

    Gehst du mit, geh mit weiß und rot gemischt Schritt für Schritt alles längst verwischt Komm nur mit, komm mit Neugierd´ ist längst dabei Tritt und Tritt er ist tot – kein Schrei. Lauf nur her, lauf her sieh dir das bloß an er kommt nicht mehr am Schluss hat ers getan. Schau das an, schau an hier liegt der braune Strick komm noch näher dran er bewies mehr als Handgeschick. Lauf nicht weg, lauf weg sei endlich angetan als wär der Tod ein Schreck er hats doch auch getan.

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