• Buchrezensionen

    [review] Lieben muss man unfrisiert | Nadine Kegele

    Das Buch Das ist sowieso etwas, dass ich nicht mehr mache: mit Männern, die nicht mindestens ein Buch über Emanzipation gelesen haben, über Emanzipation zu reden. Ich habe Jahrzehnte damit verschwendet, mit im Grunde unreflektierten Männern zu diskutieren. (Roxanna, 56) Roxanna und 18 weitere Frauen/Transgender wurden für das Buch interviewt. Ein literarisches Protokoll, dass sich mit Freiheit, Gleichberechtigung und Feminismus auseinandersetzt. Sie sprechen über Rollenbilder, ihre Schwangerschaften, ihre Familienkonstellationen, ihre Vergangenheit und über ihre Träume. Ein höchst heterogenes Bild entsteht, wenn die Autorin Nadine Kegele Personen von Spanien bis Berlin interviewt, von 17 bis 92.  Frauen/Transgender, die unterschiedlicher nicht sein könnten: eine Tänzerin mit besonderen Bedürfnissen, junge Mädchen, Filmemacherin, studentische…

  • In eigener Sache

    Objekt und Frau.

    Objekt und Frau. Was mehr nach Kunstausstellung klingt, ist das Resultat nach längeren Diskussionen dieser Woche. Häufig lese ich Kurzgeschichten und anderweitige Prosa von Freund/-innen, Bekannten und anderen literaturbegeisterten Menschen. Was mir besonders in letzter Zeit aufgefallen ist, ist das Selbstbild, das sich in den Texten wiederfinden lässt und die gesonderte Zeichnung eines “Lyrischen Du”. Kurzum – recht begeistert war ich von der Zeichnung des “Lyrischen Du” nicht, zumal es häufig zu einer Objektifizierung gekommen war. Ganz so schlimm wie in der US-Serie “Mad Men” kann dieser Objektifizierungsgrad nicht angegeben werden, aber er hinterlässt selbst in jungen Autor/-innen immer noch unüberlegte Gender Bias. Dies ist vor allem dann schmerzlich für…

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  • Reviews

    [Review] Ihre beste Stunde

    Wie schreibt man eigentlich eine Geschichte, die historischen Kern haben soll, den Glamour von damals versprüht und doch gegenwärtige Gefühle ansprechen möchte? Eindeutig gelungen ist das Gemma Arterton, die für den Film “Ihre beste Stunde” vom Bond-Girl zur Filmautorin avancierte. Catrine Cole wird von Kriegswirren und Liebeslust nach London getrieben, wo sie mit dem Künstler Alice, welcher im spanischen Bürgerkrieg verwundet wurde, ein Leben in einem heruntergekommenen Atelier fristet. Alice möchte Catrine aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten zurückschicken in das kleine Dorf, aus dem sie gekommen ist, doch sie beschließt zu handeln: Im Informationsministerium soll Cole offiziell als Sekretärin arbeiten, inoffiziell den “slob” (zu Deutsch: Schmalz) für Filme schreiben, um die…

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