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    Zweifelnde Gedanken.

    Die leeren Parkbänke ließen vermuten, dass es endlich Herbst geworden war. Zu ihren Füßen sammelte sich das Laub und manchmal wirbelte der Wind die kleinen, gelben Blätter etwas in die Höhe, bevor sie wieder sachte zu Boden fielen. Die Menschen rauschten an den Parkbänken vorbei, es war eindeutig zu spät geworden sie eines Blickes zu würdigen. Sie waren ihrer Aufgabe entmächtigt worden, die Einsamkeit schlug sich auf den Plätzen breit. Die Einsamkeit hatte soviel Platz geschaffen, dass es möglich war, nachzudenken. Sie hatte genug zu denken, sie hatte immer ständig genug zu denken, aber wer macht sich dann gerade jene Gedanken, die ungemütlich waren, wie die Parkbänke, die bedauerlicherweise nur Obdachlose…

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    Selbstzerstörung – Sieh! Es ist nicht weit.

    Selbstzerstörung um jeden Preis weil man selbst so wertlos ist in den Fängen des Zweifels gefangen – Sieh! Es nicht nicht weit. Was ist die Ursache für Selbstzerstörung? Die Faszination an den eigenen Grenzen wird wohl nicht ausreichen, um sie dauerhaft in dem Ausmaß zu praktizieren, um jahrelang damit leben zu können. Selbstzerstörung ist Schicksalsträger, Wächter der Unzufriedenheit, Begleiter in die Zerstörung jeglicher sozialen Beziehungen. Man überhöht sich, und ist traurig, alleine auf dieser Welt zu sein, auf einem Thron, den man sich selbst gebaut hat, zu faul um sich davon zu erheben. Das Einzige, was man in dieser Situation erhebt, sind Vorwürfe gegen andere, sie liebten nicht genug zurück,…

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    Herz eines Löwen.

    Wir sind Löwen, eingesperrt in unserem Habitus erlebter Erfahrungen. Das Gefängnis haben wir uns selbst gebaut, der Ritus die Nachgeburt unseres Seins, nachdem wir geworden sind, wie wir jetzt sind. Du bist ein Löwe, du kämpfst, um dein Ansehen, deine Macht, dein Gehabe. Ich bin Löwe, weil ich muss. Ich wollte immer sein wie eine Eule, weise, doch ein Jäger und sehr umsichtig. Ich bin ein Löwe, weil du mich zwingst. Tag für Tag tragen wir unsere Kämpfe aus, jeden Tag greifst du mich an. Du näherst die beinahe lautlos, zumeist belanglos, doch dann schlägst du zu. Prankenhieb um Prankenhieb erfahre ich deine Emotionen, mein Fell hast du mir ausgerissen,…

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    Nein. Nicht. Jetzt!

    Gedankenverloren saß sie im Abteil, er hatte schon bessere Zeiten gesehen und sie wohl auch. Ihre Haaren waren etwas gesträhnt, der Tag war heiß gewesen und der Schweiß hatte sich auf ihrem Kopf gesammelt, ihre Müdigkeit sammelte sich ebenso. Mit ihren leeren, braunen Augen sah sie aus dem verdreckten Fenster, die Landschaft schien unter dem schwülen Wetter zu erdrücken. Der Himmel malte sich bedrohlich dunkelblau und grau, in der Ferne konnte man bestimmt bereits ein Grollen vernehmen. Ihre Glieder schmerzten und der Nacken war verspannt, die letzten Wochen hatte ihr ordentlich zu schaffen gemacht. Gottseidank war es nicht mehr weit bis nachhause, wo das wohlige Bett und der kühle Nachtwind…

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    Es ist nicht alles Scheitern, das so glänzt.

    Lieber G. ! Ich hoffe, deine Reise war angenehm! Beinahe drei Monate warst du unterwegs, mein Notizbuch bordet über, ich möchte dir von meinem Gedankengängen berichten. Ich denke gerade sehr viel über das Scheitern nach. Das Leben hat hin und wieder die Angewohnheit, mit dem Scheitern zu flirten, nicht? Das Leben müsste doch wissen, dass das Scheitern ein schlechter Tanzpartner ist und doch wagt es immer seine kleine Tänzchen mit ihm. Nicht alles im Leben ist immer großartig und wunderbar, oft passiert es, dass man nicht das bekommt, was man gerne hätte. Man Scheitert vor allem an seinem eigenen Sein. Scheitern ist beinahe so alltäglich wie Essen und Schlafen und…

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    Crossroads.

      She was sitting beside me, lighting up a cigarette. Her eyes looked tired and the dark rings under her eyes revealed that long story about her sleepless nights. All anger came out through exhalation, she mumbled unknowable things about her past. Her eyes wandered to my puzzled face, she sighed and said: You know, I have this theory about relationships. If there are two persons, and they really love each other but too similar, they are only able to create a standstill. Do you understand this? I mean, it´s like looking in a mirror and you know, all you see is something you don´t want to see very often.…

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    Orangenblüten oder: Eine Geschichte übers Altern.

    Ich schreibe dir. Das tue ich, weil ich gerade auf dich warte. Ich schreibe dir. Das tue ich, weil ich weiß, dass du das lesen könntest oder auch nicht, wenn dieses Blatt Papier wie des öfteren zerknüllt in der Tasche landet. Es ist schön hier, ich mag die Landschaft, es war gut, dass wir weggefahren sind, weg von dem Alltagsgrau, dass uns immer und immer wieder einholte und dass uns schlussendlich hier her gebracht hatte. Mein Blick wandert umher und ständig entdecke ich Neues, Wundervolles, das mich ins Staunen geraten lässt und diese großartige Faszination ausübt, dass man diese Kribbeln spürt, als hätte man sich soeben neu verliebt. Hast du…

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    Schneeflocken.

    Die Schneeflocken treiben, so wie wir. Mit der Zeit, in den Momente, wir halten fest, uns fest, an uns, an dem letzten Funken Hoffnung, der sich gerade entschieden hat, die Welt ruhen zu lassen und weiß einzuhüllen. Wir haben uns hier hingelegt, dem Schnee schauten wir zu, wie er bedächtig auf das große Dachfenster fiel, kurz blieb, und dann schmelzte, weil die warme Luft des nahegelegenen Ofens die Scheiben zu sehr wärmte. Das Grau des Himmels vermischte sich bereits mit Blautönen, bald würde es dunkelblau sein, bald schwarz. Wir haben uns in Decken gehüllt, wir wollten zusehen, wie das Grau geht, wie die Schneeflocken auch uns bedecken. Eigentlich bräuchten wir…

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    Lieder in Beton.

    Angetrieben von den Gedanken, schlaflos, ziellos und nun stand ich hier. Auf dem Platz, der meine Jugend war, der mir zeigt, wer ich jetzt bin, der mich zu dem gemacht hat, der mich formte. Meine Gedanken tanzten und kreisten, sie waren ein Kreisverkehr ohne Ausweg, einmal eingebogen, nie mehr herausgekommen. Ich war das Sinnbild dieses Betonringes, ein Anfang ohne Ende, mittendrin gefangen, Ende ohne Anfang. Ziellos lief ich auf und ab, umher, betrachtete die Rampen, dachte an meine wunden Knie, die ich immer hatte, weil ich die Curbs nie packte. Meine Knie waren verheilt, meine Erinnerungen nie. Hier war ich, an dem Platz, der nicht mehr das für mich ist, was…

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    Wenn, aber.

    Nachdenken, das wolltest du. Deswegen spazieren wir jetzt hier, wo niemand wirklich ist, und doch jemand wohnt. Das Grau ist heute grauer als an anderen Tagen, auch wenn manchmal die Sonne ein paar Strahlen in das Grau sendet. Wir sind Teil des Nichtgeschehens, und so setzten wir einen Schritt auf den anderen, wo du hingehen willst weiß ich nicht, aber ich solle mitkommen und dir beim Denken helfen, sagtest du. Du denkst, wir sind still, ich sehe mir die Häuser an. Im Nichtgeschehen haben sie ihre Schönheit eingebüßt, der Regen hat die Fassaden grau gemacht, die Graffitis an der Wand sind Zeugen, dass hier etwas irgendwas passiert sein musste, doch…