Projekt [Sterbenswörtchen]

[Sterbenswörtchen] Anni Bürkl.

Wer sind diese besonderen Menschen, die ab und an ein Sterbenswörtchen verlieren? Es handelt sich zum Beispiel um die Autorin Anni Bürkl. Anni schreibt viele Krimis. So sind bis dato sieben Salzkammergut – Krimis in ihrem Kopf aufs Papier gehüpft (z.B: Narrentanz, Puppentanz – Gmeiner Verlag) , genauso wie Wien – Krimis (Häusermord, Ordnung des Todes) oder auch Komödien (Chili con Amore). Die Vielschreiberin gibt auch Schreibworkshops und ist zudem als Lektorin zu empfehlen. Neben ihren vielen Tätigkeiten hat Anni noch etwas Zeit gefunden mir Frage und Antwort zu stehen. Schon vorab ein großes Dankeschön!

Was bedeutet der Tod für dein Schreiben?

Da ich Kriminalromane schreibe, ist er logischerweise ständig präsent.Und zwar in der gewaltsamen Version als Mord, der den Roman meist eröffnet. Anfangs hat mir das Konstrukt des Krimis – es passiert anfangs ein Mord, der am Ende des Romans geklärt ist – sehr geholfen, da dieses Konstrukt eine Struktur gibt. Heute finde ich, dass genügend Gewalt herrscht, daher möchte ich derzeit gar nicht mehr über Morde schreiben. Ich bleibe der Bücherwelt aber erhalten – wie, werde ich demnächst verraten. Es ist ein anderes Genre, gestorben wird zwar auch, aber es ist versöhnlicher, glaube ich.

Wie politisch ist der Tod?  

Sehr politisch. Wir wissen heute, dass arme Menschen einige Jahre früher sterben, weil Sorgen krank machen und auch, weil sich Arme oft die zusätzlichen medizinischen Hilfen nicht leisten können, die die Krankenkassen eben nicht (nicht immer) zahlen. Da herrscht ein zutiefst politisches Ungleichgewicht, das krank macht und tötet. Auch die Begräbnisse spiegeln diese Diskrepanz wieder, vom Armengrab bis zum noblen und teuren Begräbnis.


Was bleibt von Menschen, wenn sie nicht mehr sind?

Erinnerungen – und zwar ganz persönliche. Sätze, die die Tote gesagt hat und über die wir heute noch lachen. Wie trügerisch Erinnerungen auch sein können, muss uns aber auch bewusst sein.

Was bleibt, wenn du gehst? Was geht, wenn du bleibst?

Hm, ich hoffe, es bleiben meine Geschichten.

Wie viele Tode kann man sterben?

Einen und zwar den letzten. Man sagt so leicht dahin, jmd. sei innerlich tot – aber wir leben alle, solange wir uns in der Welt herumbewegen. Manche haben aber viel Abstand zu lebendigen Gefühlen, sind erstarrt in irgendeiner Weise, … strampeln sich im Alltag ab, leben nicht nach ihren Bedürfnissen. Das  ist traurig – sehr sogar – aber immer noch Leben.

Welchen Zustand hat der Tod?

Er ist das Nichts. Wenn ich tot sein werde, bin ich nicht mehr da. Ich bin da sehr pragmatisch. Selbst wenn es Wiedergeburt gibt – die ich für möglich, aber nicht erwiesen halte (wie auch?), wäre der Tod erstmal ein Nichts im Sinne von Nicht-Leben.

Inwieweit beeinflusst der Glaube/Nichtglaube den Tod?   

Ich habe gehört, dass sich gläubige Menschen im Sinne von religiös eher     vom Leben zu lösen in der Lage sind. Tatsächlich vermute ich, dass wir die Dinge in Ordnung gebracht haben sollten, bevor wir gehen können.

Anni kann man auch hier finden, ihre Bücher sind in folgenden Verlagen erschienen:

Homepage // Ein Buch schreiben // Gmeiner Verlag // BOD //

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