In eigener Sache

Ein ganz und gar anstrengendes Jahr.

Meinen Tanz um 365 Jahre habe ich auch dieses Jahr erweitert. (Wer wissen will, wie das 2017 so war: hier entlang!) Jetzt wo 2018 eigentlich rum ist, kann man wieder eine kleine Abrechnung machen:

2018 war eigentlich sehr gut zu mir, auch wenn es anstrengend war. Ich habe das Gefühl nur mehr müde zu sein und will am liebsten nun Winterschlaf für ein paar Monate halten. Aber: besonders gut war es hinsichtlich meines Glücks auf Gewinnspiele. So habe ich Anfang des Jahres bei lovelybooks eine riesige Box voll Bücher gewonnen und Ende des Jahres über ein Adventkalender-Gewinnspiel von thalia.at einen neuen tolino shine 3. Ziemlich coole Sache, wenn man bedenkt, dass mir mein liebstes Hobby mal einfach mit einem Wert von mehr als 200 Euro belohnt wird.

Anstrengend das Jahr war vor allem mein Beruf. Er laugt mich mittlerweile mehr aus, als dass er Kraft gibt und ich bin die meiste Zeit mehr fertig als sonst etwas. Es war/ist derzeit eine tägliche Zereißprobe zwischen dem, was man schaffen kann und dem, was man schaffen will. Ich will nicht unbedingt mein Wollen nihilieren, da ich sonst permanent ein schlechtes Gewissen hätte. Ich würde gern mit Menschen arbeiten, die wirklich wollen. Was ich zudem merke: Es fehlt mir sehr, dass ich für Zeitschriften und kleinere Magazine schreibe. Sachbezogen. Individuell. Es fehlt mir auch keine Zeit für das Layouten zu haben, ab und an mal ein Lektorat zu machen. Es fehlt mir sehr, Veranstaltungen zu organisieren, an Veranstaltungen der Gastgeber zu sein. Schade ist es auch, dass ich keine ganzen Berichte mehr layouten und schreiben kann, und nette Flyer und Karten machen kann. Was mir aber allerdings am meisten fehlt: Ich würde gerne aufs WC gehen können, wenn ich wirklich muss und ich würde gern alle zwei Stunden gerne eine Pause haben und nicht den ganzen Tag durcharbeiten müssen. Die Dinge diesbezüglich könnten besser laufen.

Was dieses Jahr auch sehr anstrengend gemacht hat, war meine Masterabschlussprüfung. Endlich bin ich eine MA und es freut mich wirklich sehr, dass meine harte Arbeit nach Jahren endlich entlohnt wird. Aber es ist großartig zu wissen, dass man etwas schaffen kann, wenn man nur wirklich will. Was mir aber jetzt schon zu fehlen anfängt: Die Vorlesungen. Ich höre gerade einen Wissenschaftspodcast nach dem anderen um meine Lust am Lernen in irgendeiner Form zu kompensieren. Meine Tipps dieszüglich sind der Hörsaal vom Deutschlandfunk, Politik und Hintergrund, die Lage der Nation, mein wirklich geliebter Soziopod und COSMO Machiavelle – Rap und Politik. Sollte sich jemand fragen, warum da soviele politische, deutsche Podcasts sind – tjanun, mein primäres Interesse liegt bei Politik, Medien und Kultur.

Eine kleine Zerreißprobe dieses Jahr war für mich das Jonglieren zwischen Schreiben und Beruf. Ich liebe das Schreiben wirklich, und doch wird es mir von meiner wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 60 Stunden vermiest. Dabei hat sich viel getan dieses Jahr: Ich habe in einer Anthologie zum Thema Frauenwahlrecht mitschreiben dürfen (mit der genialen Marlene Streeruwitz im selben Buch!) und bei einem weiteren Buch im Piepmatz Verlag zum Thema Nacht mitgewirkt. Aber das Beste: Ich habe einen Buchvertrag in der Literaturedition Niederösterreich! Ich habe eine Erzählung neben der Arbeit in 4 Monaten runtergeklopft und obwohl er noch eine riesen Baustelle ist, wird nächstes Jahr mein Debüt erscheinen. Das ist großartig und gut.

Meine Hobbys arteten dieses Jahr auch sehr aus und wurden anstrengend. Neben meinen musikalischen Tätigkeiten, lerne ich weiter Französisch (es wird immer mühsamer, da ich das Gefühl habe es geht nicht wirklich was weiter) und mache Aqua Aerobic und Yoga. Es tut mir alles wirklich gut, überlege aber die musikalischen Tätigkeiten zurückzuschrauben, damit ich wieder zu etwas mehr Schlaf komme. Aber ja. Ich fasse schon wieder Pilates ins Auge und schäme mich etwas dafür.

Ganz toll waren dieses Jahr meine literarischen Begegnungen und Ausflüge. Mit Julia (eine der liebsten Freundinnen, die gewinnen habe dürfen – wie freu ich mich jemanden zu haben, der auch so eine wild aching soul ist) war ich bei Literatur im Nebel und wird sind Herta Müller begegnet. Dazwischen haben wir noch einen kleinen Abstecher in die österreichische Nationalbibliothek gemacht und einen Einkaufszettel von Ernst Jandl und den handschriftlichen Anfang von Bachmanns Malina gesehen. Dann sind wir gemeinsam nach Budapest gefahren und haben dort die schönsten Buchhandlungen und Cafés entdeckt, die es dort gibt (ich kann gar nicht sagen, wie schön das ist, jemanden zu haben, der nicht mit Kind und Kegel gebunden ist und solche Aktionen mit mir macht) und dann haben wir Ende des Jahres die Friederike Mayröcker noch einmal getroffen. Dieses Jahr war diesbezüglich so großartig, dass mir die Worte fehlen – was ich noch dazu sagen will ist, dass ich Julia für ihren Mut eine Literaturzeitschrift zu gründen großartig finde. Ich freue mich schon sehr auf die erste Ausgabe von mischen (ein kleiner Beitrag dafür ist auch von mir drin, was mich sehr ehrt, darin vorzukommen)

Dieses Jahr war anstrengend für meine Augen – ich habe 56 Bücher gelesen. Sprich: Mindestens 1 Buch pro Woche. Aber es hat sich sehr gelohnt. Meine Favourites und wie das Lesejahr so war, habe ich in einem anderen Beitrag beschrieben: Mein Lesejahr 2018.

10 weitere Dinge, die 2018 gut gefunden habe, möchte ich trotzdem noch anhängen:

  1. Die Buchhandlung Buch Schütze (alias Hofbuchhandlung) in Baden bei Wien. Selten habe ich so eine gut durchmischte Buchhandlung gefunden, die so viele kleine Verlage im Programm hat. Großartig!
  2. Meine NÖ-Card. Da ich außerhalb von Wien wohne, habe ich auch eine Kulturkarte für Niederösterreich. Die hat sich sehr ausgezahlt. Ich war dieses Jahr bei 21 Ausflugszielen und habe damit mehrere Museen angesehen (einige Ausflugsziele sind auch in Wien!). Ich habe das Dreifache des Preises mit meinen Besuchen wieder reingespielt.
  3. dass ich Raoul Eisele näher kennenlernen durfte. Er ist ein großartiger Autor und ich freue mich sehr, dass ein weiteres literarisches Talent in mein Leben getreten ist.
  4. ohne viele Büchertipps geben zu wollen: besonders geliebt habe ich dieses Jahr Bananama von Simone Hirth. Selten habe ich ein Buch mit einem dauerhaften Schmunzeln auf einen Sitz durchgelesen.
  5. da ich leider eine Milcheiweißallergie entwickelt habe, esse ich die meiste Zeit mittlerweile vegan. Dafür habe ich so eine geile Seite entdeckt, die so großartige Sachen anbietet: Zuckerjagdwurst aus Berlin. Da findet man sogar Rezepte für veganen Braten und die meisten Sachen hat man als plantbased Eater ohnehin zu Hause.
  6. Der schönste Ort dieses Jahr für mich war die Blockheide mit nördlichen Waldviertel. Sie haben verschiedene Themenwege von einem Mythologiewanderweg bis hin zu einem Marienwanderweg für Kinder. Dieser Ort hat mir dieses Jahr besonders viel Kraft gegeben.
  7. zwei Filme für dieses Jahr liegen mir besonders am Herzen: Murer. Ich habe ihn Ende des Jahres sehen dürfen mit Anwesenheit des Hauptdarstellers Karl Fischer. Selten war ich nach einem Film mehr fertig und mehr wütender. (Fehlende) Entnazifierung an einem konkreten Beispiel. So muss Kino, so muss ein Zeichen gegen die neuen Tendenzen. Am Anfang des Jahres habe ich Die Beste aller Welten gesehen. Und was hab ich mich in den Regisseur Adrian Goiginger verliebt. Verena Altenberger spielt so famos die Rolle der drogensüchtigen Mutter, dass man nicht umhinkommt Goiginger für seine Herkunft zu bewundern. Der Film ist ja autobiografisch.
  8. das schönste Geschenk dieses Jahr an Weihnachten habe mir die Raconteurs gemacht – nachdem das letzte Album vor 10 Jahren erschien, haben sie vor Weihnachten angekündigt 2019 ein neues Album rauszubringen. Die ersten zwei Singles sind schon hörbar – und in Now That You’re Gone bin ich verliebt.
  9. besonders angetan bin ich von der digitalen Bibliothek der Arbeiterkammer. Mit AK Ciando sind sehr viele Bücher für den E-Reader verfügbar, auch viele von diesem Jahr. Sie haben mir geholfen das Budget etwas zu schonen.
  10. das tollste Brettspiel für dieses Jahr war das Verbrecher DKT (ich spiele so ungemein gerne Gesellschaftsspiele). Es ist sehr lustig und ich mag prinzipiell Spiele, wo man auch ein bisschen gerissen sein darf. Auch mochte ich das Spiel: Drecksau. Neu und wieder entdeckt habe ich Rummikub für mich. Das war nett!

Für 2019 wünsche ich mir: Dass die Sachen gut werden, dass es weniger anstrengend wird. Und: Viele neue Leute und neue Erfahrungen. Ich bin neugierig auf das, was 2019 bringen wird. Und 2018: Danke, dass du weniger gschissen warst als die letzten Jahre.

Bildnachweis.

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