Poetik

#Frapalywo – Frau Paulchens Lyrik Woche

Hie und da veranstaltet Sophie eine Lyrik Woche und ja, endlich hatte ich wieder die Kapazitäten mitzumachen. (Ich hoffe übrigens inständig darauf, dass ich im November beim  Frapalymo mitmachen kann – das Ganze also erweitert auf einen Monat) Diesmal will ich meine Lyrik gesammelt präsentieren – zum Thema Wasser und Weite. Sophie hat jeden Tag einen Impuls geliefert. Es hat mir sehr viel Freude gemacht! Danke Sophie!

 

#1 Brandung

Sie ist auch schon wieder
so eine der anderen
eine unzerstörte person
und noch eine brandung
für den menschlichen felsen
ihre unskeptischen Weltaugen
gieren noch

#2 Da ist ein See in einem Himmel

da ist ein Meer
in deinen Häuten
und womöglich ein See
in deinem Himmel
oder gar ein Fluss
in deinen Ohren
du rauscht

#3 Tiefsee

I, I follow you
Tiefsee, baby
Fangzahnfischgefühle
Kragenhaiemomente
und an Hasselhoff-Krabben denken
die wegen ihrer Brustbehaarung
so heißen
oh in the dark doom, baby
wie einsam es
am Meeresgrund wohl ist.

#4 Strandläufer

Sie kennen nur die Südmeere
nicht die Nordmeere
bei den Blicken
die sie tauschen
auch die Zwischenmeere
sie sind Strandläufer
und würden sich
am liebsten ineinander vergraben

#5 uferlos

Wir haben keine Körper
nur mehr durchlässige Membrane
aus Text und lautem Ton
wir sind Gewässer
und hundertmal gewaschen
wir ufern aus,
bewegen uns komplett
uferlos aufeinander zu

#6 Fangfrisch

Wir sind Wandergänse
mit Bauch oben auf
Kieferauseinatmer,
was ich schon lange
sagen wollte
bezüglich unseren Szenen
Du bist: die schönste graue Stadt am Meer,
du musst Fischer sein
so fangfrisch, frisch gefangen
von der neuen lauten Welt

#7 Verankert

Fest im Sattel sitzen
mit seinen Überzeugungen
und harten Werten
den Lebensplan nicht vergessen
der im Prinzip sogar aufgeht
nie aus den Fugen gehend
weil man so leblos und leer
wie eine Titanic 2.0 verankert
ist aber das Träumen,
versäumen

 

Bildnachweis.