Buchrezensionen

[review] Zehn Bücher, die Madame so im Juli gelesen hat.

Gut, ich nutze meinen Urlaub immer um viel zu lesen. Schließlich liebe ich lesen, es ist großartig. Im Juli sind jetzt 10 Bücher zusammengekommen, die ich gelesen habe und es wären viel zu viele Rezensionen, um über jedes einzelne Buch eine ausgiebige Rezension zu schreiben, also gibt es hier eine Kurzzusammenfassung, welches Buch ist gelesen habe, worums geht und wie es mir gefallen hat:

Nr. 1/10  – Kai Meyer – Die Seiten der Welt | Blutbuch #3

Das Buch habe ich zu Beginn meines Urlaubs gelesen, weil ich die Trilogie fertigbekommen wollte und um das Schicksal von Furia Salamandra nicht mehr herum kam. Sie verliert ihren Vater und viele Freunde im Kampf gegen die Akademie, lernt schließlich ihren Vorfahren kennen und hat Schiffe mit magischen Fähigkeiten, die sie durch die Seiten der Welt lotst…

Ein gutes Buch für Menschen, die gern kämpfende Jugendliche mögen. Das erste Buch hat mir trotzdem mit Abstand am besten gefallen.

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Die Seiten der Welt | Blutbuch #3
Kai Meyer
Fischer FBJ
523 Seiten
Preis: 10,30€ (Taschenbuchausgabe)

 

Nr. 2/10  – Emma Donoghue – Das Wunder

Das Buch habe ich Anfang des Jahres bei einem Gewinnspiel gewonnen. Im Urlaub ist Zeit für Schmöker, als habe ich das Buch angefangen. Zunächst fand ich die Sprache sehr befremdlich (19. Jahrhundert) und das Thema ebenso: Ein Mädchen in Irland isst seit vier Monaten nichts mehr und lebt trotzdem noch. Wie dieses Wunder überhaupt möglich ist, soll eine Krankenschwester aus England den wahren Grund und die Lüge dahinter finden. Das Mädchen wird aber in Anwesenheit der Krankenschwester immer kränker und schließlich beginnt ein Wettlauf um die Zeit, da das Mädchen langsam aber sicher stirbt…

Das Buch habe ich zu Ende gelesen, weil ich mir den Sachverhalt tatsächlich nicht erklären konnte, aber: etwas zuviel Katholizismus und Frömmigkeit für meinen Geschmack.

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Das Wunder
Emma Donoghue
Wunderraum
416 Seiten
Preis: 25,70€ (gebundene Ausgabe)

 

Nr. 3/10 –  Ava Reed – Die Stille meiner Worte

Ganz klarer Fall von Coverkauf. Das Cover fand ich so wunderschön, dass ich es gelesen habe. Es geht um ein Mädchen namens Hannah, die Briefe an Izzy  – ihre Zwillingsschwester – schreibt.  Die ist bei einem Unfall ums Leben gekommen und seitdem hat Hannah keine Sprache mehr. Auf einem Camp lernt sie einen Jungen kennen, der versucht sie zum Reden zu bringen und ihre Lebensgeschichte erfahren will. Dabei erfährt er, dass Hannah mit dem Tod von Izzy zu tun hat …

Habe das Buch schon ausführlich andernorts rezensiert. Mochte die Gestaltung fast einen Tick lieber als das Buch selbst. Aber es ist schon okay für ein Buch, das man in der Hängematte liest.

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Die Stille meiner Worte
Ava Reed
ueberreuter
320 Seiten
Preis: 17,50€ (gebundene Ausgabe)

 

Nr. 4/10  – Misik Robert – Marx für Eilige

Nachdem Marx-Jahr heuer ist, warum nicht auch Misik lesen, was er über Marx zu berichten weiß? Er schreibt ein Pamphlet wie aktuell Marx ist und warum seine Theorien immer neu entdeckt werden können.  Gleichzeitig ist der Lebenslauf von Marx für Unwissende eingeflochten worden in das Buch.

Okay, ich bin Marx Fangirl, da liest man alles von Marx ganz gern, auch wenns schwierig ist. Das Buch war ganz kurzweilig, auch wenn es bloß ein Abriss von Marx’ Werk ist. Marx für Eilige eben.

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Marx für Eilige
Robert Misik
Aufbau Verlag
179 Seiten
Preis: 10, 30€ (Taschenbuchausgabe)

 

 

Nr. 5/10 – Christine Feret-Fleury – Das Mädchen, das in der Metro las

Hab das Buch gesehen und mich in das Thema verliebt.  Bücherlesende Mädchen sind großartig und das Buch spielt in Paris und überhaupt. Könnte sowas sein wie die fabelhafte Amelie, die man zwangsläufig lieben muss. Es hatte den Hauch davon, bloß: Das Mädchen ist eigentlich eine Frau und es gibt sehr sinnloses Sterben und nicht nachvollziehbare Handlungen.

Schade darum, es hätte eine gute Neuerscheinung sein können, war aber das schwächste Buch, das ich bis dato in diesem Jahr gelesen habe.

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Das Mädchen, das in der Metro las
Christine Feret-Fleury
DuMont Buchverlag
176 Seiten
Preis: 18, 30€ (gebundene Ausgabe)

 

Nr. 6/10 – Pressburger Gertrude – Gelebt, erlebt, überlebt

Das Buch habe ich ausführlichst rezensiert: Hier gibts dazu einen Blogpost. In einem Nachmittag war dieses Buch verschlungen. Kein Wunder, Gertrude Pressburger hat eine abenteuerliche und traurige Lebensgeschichte. Sie ist eine Kämpfernatur und verdient ein eigenes Buch, das sie festhält.

Es war mein absolutes Lieblingsbuch im Juli. Meine Oma vermisse ich damit noch ein bisschen mehr.

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Gelebt, erlebt, überlebt
Gertrude Pressburger
aufgezeichnet von Marlene Groihofer
Zsolnay Verlag
208 Seiten
Preis: 19, 60€ (gebundene Ausgabe)

 

Nr. 7/10 – Ingeborg Bachmann – Malina

Malina ist ein Kerl, der mit einer Schriftstellerin in der Ungargasse zusammenlebt. Diese hat eine Beziehung mit Igor, der kleine Kinder hat und die Schriftstellerin nicht wirklich zu würdigen weiß. Malina bekommt im Buch eine immer gewichtigere Rolle, bis er die Überhand über die Schriftstelleri hat…

Ich habe das Buch gelesen, weil es schon so lange her ist, seitdem ich das Buch zum ersten Mal in den Fingern hatte und gerade Bachmanntage in Klagenfurt waren. Tat mich damals schwer mit dem Buch, tu mich heute ebenso sehr schwer damit, auch wenn ich die Sprache liebe…

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Malina
Ingeborg Bachmann
Suhrkamp Verlag AG
355 Seiten
Preis: 10, 30 (Taschenbuchausgabe)

Nr. 8/10 –  Juli Zeh – Unterleuten

Unterleuten ist ein Dorf 70 km entfernt von Berlin.  Dort will plötzlich eine Firma 10 Windräder aufstellen, um die Gewerbesteuer für die Gemeinde Unterleuten einzutreiben und weil die Regierung es so vorgesehen hat. Es bilden sich mehrere Fronten – Grombowski, der einzige Großunternehmer, Arne Seidel, der Bürgermeister, Konrad Meiler, Unternehmer aus Hamburg, Linda Franzen, die gerade einen Pferdehof aufmachen möchte und Jule und Gerhard Fließ samt Tochter Sophie, die kürzlich nach Brandenburg gezogen sind. Ein Konflikt, der dreißig Jahre her ist, bricht erneut auf und die Kämpfe um die Windräder werden immer brutaler…

Ich wollte immer schon etwas von Juli Zeh lesen und siehe da, es wurde das Monsterwerk (aufgrund der vielen Seiten) Unterleuten. Besonders begeistert war ich vom Aufbau und von der Erzählart. Großes Kino und Chapeau für dieses komplexe Werk!

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Unterleuten
Juli Zeh
Luchterhand Verlag
656 Seiten
Preis: 25,70€ (gebundene Ausgabe)

Nr. 9/10 – Stanislaw Lew – Also sprach Golem

Wir (also Matthias und ich) unterhalten uns grade viel über Körperlosigkeit und ob das Denken alleine überleben könnte, über Science-Fiction der Wachowski Geschwister und Blade Runner. Das Buch ist demnach eine Leihgabe vom besagten lieben Herren. Golem ist ein Supercomputer, der ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat und nun Vorlesungen für die Menschheit hält. Diese Vorlesungen strotzen vor Arroganz und Lieblosigkeit. Golem weiß etwas, was die Menschheit noch nicht weiß…

Oh, ich liebe solche Bücher. Ich weiß auch nicht, wieviele Menschen mich angesehen haben, weil ich oft gegrinst habe, weil ich die Idee dieses Buches so liebe. Großartig, einfach nur großartig.

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Also sprach Golem
Stanislaw Lem
Suhrkamp Verlag AG
186 Seiten
Preis: 10,30€ (Taschenbuchausgabe)

 

Nr. 10/10 – Woitzuck Magda – Ellis

Ellis I muss auswandern aus St. Pölten und verliert auf der Fahrt nach Amerika Bruder und Unschuld. Ellis 2 kommt zur Welt und dann Ellis 3 und dann Ellis 4 und dann Ellis 5 und. Stopp. Natürlich passiert dazwischen eine Menge. Und auch Hollywood darf dazwischen nicht fehlen, aber halt: vergessen wir nicht die Toten in diesem Buch.

Das Buch ist ein Rezensionsexemplar und ist besonders hochwertig gestaltet. Ein schönes Cover, dass ein Freund von Magda gezeichnet hat. Gute Sache dieses Buch. War in eineinhalb Stunden ausgelesen und hat mich etwas ratslos zurückgelassen, warum ausgerechnet St. Pölten so eine tragende Rolle spielt.

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Ellis
Magda Woitzuck
Literaturedition Nö
117 Seiten
Preis: 18 € (gebundene Ausgabe)