Filmrezensionen,  Reviews

[review] Arthur & Claire | Miguel Alexandre

Der Film

Arthur hat mit seinem Leben abgeschlossen und beschließt als scheinbarer niederländischer Staatsbürger sein Leben in einer Sterbeklinik würdevoll zu beenden. Als er in einem schmucken Hotelzimmer sein Abendessen zu sich nehmen möchte, wird er jäh in Wut versetzt, da das Mädchen nebenan laut Metal hört. Arthur, als Pedant erster Stunde, stürmt zu dem Mädchen und dreht die Musik ab. Als er sieht, dass Claire, so der Name des Mädchens, mit Schlaftabletten ihrem Leben ein baldiges Ende setzen möchte, beschließt Arthur ihr die Nacht beizustehen und sie vom Suizid abzubringen. Gar nicht so einfach, wenn man seinem Leben selbst ein Ende setzen möchte…

Der Regisseur

Miguel Alexandre ist ein deutsch-portugiesischer Regisseur und Drehbuchautor. Alexandre wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet und hat bereits mehrere Filme gedreht. Arthur und Claire ist sein aktuelles Projekt, das Drehbuch hat Alexandre gemeinsam mit Josef Hader verfasst. Seine größte filmische Leistung bezeichnet Alexandre den Film “Grüße aus Kaschmir” von 2004, mit welchem er die Dringlichkeit des politischen Themas Terrorismus behandelte.

Die Ansicht

Arthur und Claire sieht man sich als Österreicher wohl an, weil man Josef Hader mag, oder eh schon altbekannter Josef Hader -Jünger ist.  Der Film ist ganz nach Hader-Manier: etwas morbid, an vielen Stellen todkomisch und auch ein bisserl lieb. Hader spielt, was Hader kann: einen Misanthropen, aber mit Herz. Man erlebt Amsterdam und bekommt Fernweh. Man verliebt sich in die Niederländer und in Nächte, die nur gemeinsam bezwingbar sind. Es ist irgendwie ein One-Night-Stand, ohne einer zu sein. Vielleicht auch ein bisschen romantisch, aber wohl kaum gewollt, das bedingen die Gegensätze der zwei Protagonisten Hader und Hoekstra. Es sind die Irritationen, die man miterlebt, wenn die Nächte zwischen Bushaltestellen, Restaurants, Coffeeshops und American Bars stattfindet. Melancholisch schwingt sich der Film durch die 98 Minuten, welcher manchmal zuviel auf den kulturellen Unterschieden hängen bleibt. Aber man verliebt sich: in die Augenblicklichkeit, die einen durch diesen Film trägt.

Die Information

Miguel Alexandre
Arthur und Claire
Erscheinungsjahr 2017
Wien – München – Amsterdam
98 Minuten

Information zum Film: Filmfonds Wien