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#Donauweibchen

Donauweibchen ist das 10. Gedicht von Cornelia Travniceks Gedichteband “Parablüh” und enthält eine Referenz auf Plaths Gedicht Lorelei.

Der Titel Donauweibchen ist normalerweise der Titel einer Sage, die im österreichischen Donauraum verbreitet ist. In der Sage geht es um einen Jungen, der sich in das Donauweibchen verliebt und eines Tages von ihr entführt wird und nie wiederkehrt. Ähnliche Gedanken lassen sich auch in beiden Gedichten finden. Meines Erachtens bezieht sich der Titel auf die Thematik Suizid.

In Travniceks Gedicht kommen Sirenen vor, ein griechisch mythisch anmutender Vergleich zum Donauweibchen. Der Wind, der ihre Aufgaben übernimmt, macht die Sirenen sogleich untauglich. Eine Anklage der Sirenen wird trotzdem vernommen, dass Ahnen in das Wasser gingen und man mit ihnen sinkt.

Nicht so sehr die Fische stehen im Vordergrund, die trotz der Aufzählung im Gedicht ins Auge stechen, sondern viel mehr die kleinen positionierten Hinweise, wie beispielsweise: Der Fluss ist kein Meer – Die Begrenztheit als Form, die Sehnsucht nach Größerem.

Der Sturm muss metaphorisch betrachtet werden, als ein Ereignis, dass alle hinwegfegt – die Böe als Sinnbild für Allgemeinwissen. Bei dem Vers “Fluss aufwärts wandern die Laichen” habe ich an den Song von Thees Uhlmann denken müssen – sein Lied “Zum Sterben und Laichen ziehen die Lachse den Fluss hinauf” hallt mir im Ohr.

Die Metapher mit Glasaugen spielen würde ich so interpretieren, dass damit gemeint ist, mit der Sichtweise zu spielen, die man einnehmen kann. Die Sichtweise, dass früher das Fahren mit den Schiffen gefährlich sein konnte, da Frauenleichen auf der Wasseroberfläche trieben – die Frauen wurden für ihre Selbstmorde für das Zerbersten von Schiffen verantwortlich gemacht. Die Sichtweise, dass das Flussbeet uneben war und nicht ausgesprengt wurde, wurde nicht eingenommen.

Plaths Gedicht spielt auf zwei Flüsse an: Zu einem auf den Rhein, zum anderen auf den Fluss Lethe. Der Rhein deswegen, weil Plath deutsche Vorfahren hatte, die Bezug zum Rhein hatten und zum anderen der Rückgriff auf die griechische Mythologie – mit dem Plath den Fluss des “Vergessen-machens” meint.

Auch Plath spielt mit dem Thema Suizid. So bezeichnet sie die Nixen als Schwestern – die sterben, wenn sie an Land gehen, oder die Menschen, die mit ihnen gehen sterben. Der Tod als sicherer Hafen wird angesprochen, wenn Menschen das eiskalte Locken zu den Quellen vernehmen, oder von Versprechen, die auf hoher Fenster Kanten gemacht werden.

 

Referenzen:

// Donauweibchen. Parablüh. S.20/21

// Lorelei. The collossus. S. 32/33. Hier zu finden.