Projekt [Parablüh]

#Satyrnalia

Satyrnalia, als siebtes Gedicht in Cornelia Travniceks “Parablüh” referiert mit dem Gedicht “Faun” von Sylvia Plath.

Erstaunend bei beiden Gedichten ist die Verbindung von griechischer und römischer Mythologie. Satyr oder Faun sind ja nach griechischer und römischer Mythologie Waldgötter, deren Extremitäten an Ziegen und andere Böcke erinnern. Der Faun ist der Enkel des Saturnus. Diese Verbindung stellt sich als besonders erfreulich da, da es eben auch die Saturnalien gibt. Die Saturnalien waren hohe römische Feiertage zu Ehren des Gott Saturns – erstmals nach der Gründung des Forum Romanum eingeführt – die entweder am 17. oder am 23. Dezember starteten und später bis 30. Dezember erweitert wurden. Der Titel des Gedichtes wäre somit als Verbindung zwischen den Saturalien und dem Gott Satyr zu sehen.

Ein Gegenwartsbezug lässt sich erkennen zu den Scherben in Kies, welche als Portal zu einer anderen Welt dienen. Während in Plaths Gedicht “Faun”, ebendieser noch kraftvoller wirkt als bei Travnicek, wird dieser als hinkender Gott bezeichnet.

Eine symbolträchtige Wirkung haben die Eulen bzw. Käuzchen, die in beiden Gedichten direkt oder indirekt angesprochen werden. Während in der griechischen, als auch römischen Mythologie die Eule bzw. auch andere Unterarten als Symbol der Weisheit gesehen werden, liegen in vielen anderen Traditionen andere Deutungsmuster vor: Die christliche Deutung ist der Meinung, dass Eulen  Unglück und Heil bringen und Totenwache halten. Ebenso wird auch in der chinesischen Tradition die Eile aus Symbol für Sorgen und Unheil gesehen. Ähnliches ist bei den Etruskern zu finden.

Cornelia Travnicek erwähnt in der letzten Strophe eine Nymphe, die dem Satyr einen Beigang leisten soll. Das ist insofern interessant, als dass mythologisch betrachtet Nymphen als Gegenstück zu Faunen gesehen werden und dem selben Gott entstammen. Der “Vater” von Satyr (Faun) als auch der Nymphe ist in der römische Mythologie Saturn, in der griechischen Mythologie wird dieser Kronos genannt. Beide werden als sehr grausame Götter beschrieben, Saturn kastriert seinen eigenen Vater und frisst fast alle seine Kinder. Diese Deutungsweise lässt vermuten, dass damit der “irrige Gott” gemein ist. Nichtsdestotrotz gilt Saturn als Gott der Aussaat, und macht Unmögliches, möglich, wie ich in den Versen des Gedichtes “Satyr” verdeutlicht sehe: “Da wächst Heidekraut, wo keine Heide, und Himmelschlüssel wo kein Himmel.”

Schlussendlich: Die Mythologie feiert ein Fest, das ihrige.

Referenzen:

//Satyrnalia. Parablüh. S. 17

//Faun. The Collossus. S. 24 – 25.  Hier in Englisch, als auch Deutsch zu lesen.