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#Idyll

Meine heutige Analyse befasst sich mit dem sechsten Gedicht von Cornelia Travnicek “Idyll” und mit Sylvia Plaths “Hardcastle Crags” (siehe Referenzen im unteren Bereich)

Sylvia Plath erwählte den britischen Ort “Hardcastle Crags” um ein Gedicht über die Konformität zu schreiben. Im konkreten Sinne schreibt sie von einer Frau, die sich den Boden zurechttrampelt, sie wird müde, beobachtet Tiere, die zu Stein geworden sind, und führt ihren Weg spät in die Nacht weiter, bevor sie von Steinen und Hügeln zerdrückt wird, beugt sich das lyrische Ich und geht zurück. Die figurative Bedeutung des Gedicht lässt auf den inneren Kampf mit der weiblichen Konformität einer männerorientierten Welt schließen. Das Aufbegehren bezüglich dieser ungewollten Konformität lässt sich in der optischen Gestaltung des Gedichtes näher erkennen, Zeilenbrüche, gewollte Brüche in den Strophen, als auch starke Motive wie Steine und Feuer.

Der Konformitätsgedanke wurde von Cornelia Travnicek auch aufgegriffen, das Bild jedoch weniger düster gezeichnet. Einige Umkehrungen ließen sich erkennen: statt einer schwarzen Steinstadt, eine weiße Zinnenstadt, Füße bei Plath bewirken was, bei Travnicek zunächst nichts, beim Gedicht Idyll ist es gleißender Sommer ohne Wind, tagsüber, bei “Hardcastle Crags” lassen sich Abend, dann Nacht und ein ” long wind” finden. Gleich jedoch ist wieder der Blick auf die Landschaft, die mit den Augen von früher und dem unveränderten Blick von heute gesehen werden.

Zu Beginn des Gedichtes wird auf den 21. Juni hingewiesen. Welche latente Bedeutung dies hat, ist zunächst nicht erklärbar, ich vermute jedoch einen Hinweis auf den längsten Tag des Jahres, die Sommersonnenwende. Damit in Verbindung steht der Vers “Häuser, die sich dem Tag entgegenstrecken” und noch nicht “sommermüde” (welche grandiose Wortkreation!!!) sind.

Das Gras und die Wiesen knistern, als Ausdruck, dass Wachsen aufregend und spannend passiert, bei Plath als “Its tinder and shake” zu finden.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Boden zu, welcher von einem Läufer getreten wird und diesen verändern möchte, zugleich der Hinweis als “Dienst an den Ahnen” hinterher geworfen und wohl meinend, dass man das Werk der Ahnen nicht mit den Füßen tritt.

Mein permanenter Zugang war weniger die Konformität und das Aufbegehren ihretwegen, als mehr Veränderungen von Orten skeptisch zu betrachten und sich die Frage zu stellen, inwieweit ein bereits vollkommener Ort noch verändert werden kann, und wie sehr ein Ort sich dagegen von selbst wehrt und der Gegenwart trotzt.

Ein Ort ist kein Ort, ist ein Ort oder auch doch nicht,wenn bloß das Fundament mehr steht, und die Mauern fallen?

Referenzen:

// Idyll. Parablüh. S.16

// Hardcastle Crags. The collossus. S. 20 – 23. Hier im Originalton von Sylvia Plath selbst!