Projekt [Parablüh]

#Schicht.

Mit dem Gedicht Schicht habe ich mich bis dato am schwersten getan. Dies lag vor allem daran, äußere Wahrnehmungen weitestgehend von theoretischen Impulsen zu trennen und das Gedicht vorrangig in seiner sprachlichen Schönheit auf mich wirken zu lassen.

Das Gedicht gliedert sich in zwei Orte: Einen Ort, der Stille und Entropie beheimatet und einen Ort der Lautstärke und Beweglichkeit.  “Dem Tor die Schließung aufzwingen” erklärte ich mir dahingehend, dass Türen und Tore bewegliche Grenzen sind, die willkürlich gezogen werden können.

Theoretische Annahmen erlaubte der Vers: “Dreißig Silberlinge wechseln.” Es stellt zu einem die Verbindung von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer dar – Silberlinge als bildhafter Anachronismus, zudem Geld weiters nicht als etwas Fluktuatives begriffen wird, sondern als Besitztum. Die Eisenkette besiegelt zu dem die freiwillige Hingabe seiner Arbeitskraft.

Spannend sind nächsten eineinhalb Strophen, die sich mit Frauen in der Industriearbeit beschäftigen. Dazu fiel mir die Möglichkeit zur Emanzipizierung anhand von Lohnarbeit in der Industrie ein, historisch so bereits verankert bei Clara Zetkin und Rosa Luxemburg.

“Heute stehen verstummte Diener” – Maschinen als Feinbild, wenn es um Schichtarbeit und Arbeit in der Industrie geht – meine historische Ausbildung ließ mich sofort an die Maschinenstürmer denken.

Lange habe ich auch nachgedachte über den Vers “Langsam leert sich die Stadt”. Ich fragte mich, welchen Zweck Menschen in der Stadt haben, wenn sie dort nicht arbeiten (können)? Ist Lohnarbeit hinreichend erklärbar für die Existenzberechtigung von Menschen in Städten?

Der Andenken-Münzen-Prägeautomat ließ mich an meinen letzten Ausflug in das 5E – Museum in Waidhofen an der Ybbs denken. Dort gibt es so einen Prägeautomaten, man kann sich hier auf verschiedene Metalle eine Münze zur Industriegeschichte Waidhofens prägen lassen.

Referenzen:

//Parablüh. Schicht. S. 9/10

// Der Koloss. Night Shift. S. 10/11 – hier zu lesen.