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#Säue.

Cornelia Travniceks Gedicht “Säue” hat seine Inspiration in Sylvia Plaths Gedicht “Sow”. Cornelia schrieb als Referenz dazu:

Plath hat sich mit einer Sau beschäftigt, ich mich mit vielen…

Mit diesem Gedicht habe ich mich aufgrund der Länge am meisten auseinander gesetzt. Aber auch, weil es mich persönlich sehr trifft – als Nachbarin eines industriellen Mastbetriebes für Schweine  – sehr unglücklich mit dem Umgang und des Wertes, den ein Schwein hat. Einer meiner Gründe, auf Fleisch zu verzichten.

Es hat mir beim Lesen schon wehgetan, wie Schweine trotz ihrer hohen Intelligenz und ihrer großen genetischen Verwandtschaft zum Menschen nicht als gute Lebewesen wahrgenommen werden. Diese Trostlosigkeit wird im Umfeld wahrgenommen – Baracken zwischen den Ackern, Feldern und erhitztem Sand – Hühner, die die Tage verscharren und Schweine, die leider sehr kurz verharren. Diese Trostlosigkeit wird weitergesponnen, dass bloß Fliegen und Mücken ihre Boten sind – Tiere, die zumeist bei Menschen auch auf der Beliebtheitsskala weit unten rangieren.

Egoismus ist unterschwellig als Vorwurf spürbar, Speicher die errichtet werden, oder Ladeluken die einem Rachen gleichen.  Egoismus, der spürbar ist, wenn Tiere auf Spaltboden gehalten werden, welcher besonders schädlich ist, aber leicht zu reinigen für Züchter und Mastbetriebe.

Mitternacht diente mir als “dramaturgische” Erhöhung – Tiere werden sehr früh am Morgen geholt – Mitternacht ist aber mehr  bedeutungsschwanger.

Die Schuld des Bauern lädt dazu ein, nachzudenken, ob der Bauer als Opfer gesehen werden darf, wenn die Prämisse ihn trägt, dass ein Einzelner wenig ausrichten kann. Oder ob er als Täter dargestellt werden muss, weil er nicht bloß ein Opfer des Systems ist.

Sprachlich ästhetisch ist vorrangig die Phrase “Szene erhellen” – normalerweise ist diese Phrase positiv besetzt – in dem Kontext des Gedichtes aber negativ zu verorten. Es zeigt, dass Brutales als auch Schönes nebeneinander stehen kann. Auch den Neologismus “Albdruck” fand ich gut und wichtig.

Auch österreichische Gegenwart in das Gedicht zu fließen lassen, fand ich eine gute Idee: Mir fiel zu “Du bist, was du isst”sofort ein, dass es  zuerst als Titel eines Dokumentarfilmes diente, zum Zweiten als Sujet für eine Serie im Privatsender ATV herhalten musste  und zum anderen noch als Initiative “Blühendes Österreich” dienen musste. Die kritische Reflexion eines sonst allgemein gültigen Satzes stimmte mich besonders gut, obwohl der Handlungsstrang des Gedichtes nicht wirklich einen “Wohlfühlfaktor” beanspruchen wollte.

Referenzen:

//Parablüh. Säue. S. 11 – 13.

//Der Koloss. Sow. S. 12/13 – hier zu lesen.