Projekt [Parablüh]

#Herrenhaus.

Das erste Gedicht in Cornelia Travniceks neuem Lyrikband lautet Herrenhaus.  Dieses Gedicht entstand als Referenz des Gedichte “The Manor Garden” von Sylvia Plath.

Das Gedicht Herrenhaus arbeitet sehr viel mit starken, bildhaften Bildern, so steht der “Springbrunnen auf gelben Gras” als wortgewaltiges Paradoxon im Raum, welches auf das Sterbende im Leben und das Lebende im Sterben hinweisen mag.

Besonders schön ist die Phrase “Dem Stein können die Jahre nicht an”.  Der Stein steht als Symbol und Gegenentwurf zu dem Sterbenden, die Jahre als etwas Performatives, dass an der Grenze zum Stein zerschlägt. Viel an dem Gedicht wirkt vorrangig zwar leblos und nicht hinreichend tot, besonders, wenn man von Mauern liest, die kein Efeu tragen oder Staub, der als Sinnbild für Gelebtes standhält. Gegenteilig dazu werden flatternde Vorhänge in das Bild gebracht.

Ein lyrischer Kreislauf bildet sich mit dem einem bewegten Geist heraus, an dem man unweigerlich an die Phrase “bewegte Vergangenheit” denken muss.  Diese bewegte Vergangenheit dient als Hinweis für die Mutter des lyrischen Du – die in das Bild tritt, die Ferne wird als potentielle Möglichkeit zur Flucht wahrgenommen.

Der wohl großartigste Vers in diesem Gedicht ist “Deine Mutter/und ich. Wir können uns nicht leiden.” Dies ist besonders aus der optischen Gestaltung dieses Verses besonders eindringlich, lässt schmunzeln, nachdenken, verharren.

Eine Frage, die sich für mich stellte, war, inwieweit der Titel Herrenhaus zu diesem Gedicht passt, und inwieweit man Herrenhaus als metaphorische Ableitung zu “Mutterhaus” sehen kann und soll.

Ein wahrlich gelungener Einstieg zu Parablüh. Der Anstoß, The manor garden, ist hier verfügbar.

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