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Review :: Der Wert des Menschen // The measure of a man.

Vor kurzem habe ich beschlossen, einige Reviews über Filme zu schreiben, die ich mir manchmal in einem kleinen Programmkino ansehe, da ich Filme liebe! Besonders jene, die der französischer und schwedischer Machart entspringen. Meine erste Review diesbezüglich ist der Film “Der Wert des Menschen” oder auch “The measure of a man” (so der englischsprachige Titel).

“Der Wert des Menschen” zeichnet das Leben von Thierry (51) auf die Leinwand, welcher seit 20 Monaten arbeitlos ist und keine Arbeit findet, sich während der Suche immer wieder fragen muss, welche Prinzipien in der heutigen Arbeitswelt noch bestehen können und in wie weit Werte für den freien Markt verhandelbar sind.

Der Film erzählt in 93 Minuten kurzweilig, aber schwer anhand der Geschichte von Thierry nach, welche Gesetze auf dem freien Markt gelten, lässt Töne anklingen, die prekäre Arbeitssituationen als auch monetäre Zwangslagen in wenig gutem Licht zeigen. Stéphane Brizé schuff ein Werk, dass extrem leise aber eindrucksvoll auf die schlechte Stellung von älteren Menschen am Arbeitmarkt hinweist und auch nicht scheut, Themen wie zweite Bildungswege oder Umschulungen in das Blickfeld zu rücken.

Vincent Lindon erhielt für diese Rolle den Europäischen Filmpreis 2015 in Cannes für den besten männlichen Hauptdarsteller. Kein Wunder, wenn man den Film näher betrachtet: lautlos und stoisch erträgt er in der Rolle die Folgen des Kapitalismus, lässt psychische Ausbeutung demütig über sich ergehen und quält zudem unfreiwillig in seinem neuen Job als Kaufhausdetektiv Arbeitskollegen, um der Lohnarbeit gerecht zu werden.

Ein packendes Sozialdrama, das sehr zum Nachdenken und Diskutieren einlädt – vor allem aber zum Umdenken, in wie weit man sich für den Arbeitsmarkt verbiegen kann und soll und entflammt die alte Debatte an der Zäsur zwischen Kapitalismus und Kommunismus.

Hier gehts zum Trailer: The measure of a man

 

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