Allgemein,  Poetik

Lippenbekenntnisse.

Lippen so schmal wie ein Schlussstrich
erstreckt sich darauf ein Lineal
wir messen Bekenntnisse
an Unmut und Verrat.

Füße so stramm gegen den Boden
eins und zwei darauf ein Schritt
wir treten die Wahrheit
nach Belieben und Geschick.

Rückkrater so verbogen wie ein Ast
man wendet sich darauf ist Verlass
wir reden von Versagen
noch blind und voller Hass.

Brüste so stolz geschwollen wie vor Zeiten
die Fahnen darauf ist doch klar
wir stoßen erneut den Weg
vor uns frei für die einheitliche Schar.

Hände so stark wie Stangen aus Eis
halten darauf was nicht ist wie sie
wir kennen das Ziel vor uns
tot oder leblos – wir wollten sie nie.

Arme so schnell es geht in die Luft
starke Männer wollten sie sehen
wir schrieben bloß ein paar Worte
so weit wollten die Anderen gehen.

 

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