Allgemein,  Prosa

Selbstzerstörung – Sieh! Es ist nicht weit.

Selbstzerstörung um jeden Preis
weil man selbst so wertlos ist
in den Fängen des Zweifels gefangen –
Sieh! Es nicht nicht weit.

Was ist die Ursache für Selbstzerstörung? Die Faszination an den eigenen Grenzen wird wohl nicht ausreichen, um sie dauerhaft in dem Ausmaß zu praktizieren, um jahrelang damit leben zu können. Selbstzerstörung ist Schicksalsträger, Wächter der Unzufriedenheit, Begleiter in die Zerstörung jeglicher sozialen Beziehungen. Man überhöht sich, und ist traurig, alleine auf dieser Welt zu sein, auf einem Thron, den man sich selbst gebaut hat, zu faul um sich davon zu erheben. Das Einzige, was man in dieser Situation erhebt, sind Vorwürfe gegen andere, sie liebten nicht genug zurück, wären ungeduldig und hörten nicht genau zu, sie wären egoistisch, weil sie sich auch Zeit für sich selbst gönnten und erscheinen lächerlich, weil sie Probleme abtun, die Welt nicht so sehen wie sie ist. Die Selbstzerstörung ist die beste Lüge, sie tarnt sich als vermeintliche Wahrheit, unter dem Mantel „Es geht mir nicht so gut“ passen vielen Lügen, die Selbstzerstörung ist nicht augenscheinlich, so klein ist sie und passt in eine Manteltasche. Der Weg aus der Selbstzerstörung scheint nur durch Liebe zum Reversieren möglich, doch sie lindert nur. Die Lüge kommt schleichend mit dem Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt, aber es verschließt die Unfähigkeit die Tür danach zu fragen, Selbstzerstörung ist nicht selbstredend. Es ist ein schwarzes Loch, dass alles frisst und nie satt wird, unersättlich nach den guten Momenten fasst, und selbst das Gefühl für schöne Momente raubt. Menschen spüren das, sie verschwinden, sie haben Angst vor dem schwarzen Loch, in dem schwarzen Loch ist das Nichts und vor dem Nichts graut einem mehr als man zunächst annehmen mag. Nichts ist unaushaltbar, wenn man etwas haben möchte, aber selbst das Wenige zerfleddert und zerfleischt wird. Das Nichts saugt auch die Anderen aus, es wird merkbar durch die soziale Isolation, die Selbstzerstörung verdammt einen zur Einsamkeit.

Die Selbstzerstörung ist ein schlechter Begleiter, sie rät einem zur falschen Interpretation, ein Trugschluss nach dem anderen ist vorprogrammiert, das Selbstmitleid gesellt sich dazu, man meint, die Welt wäre grausam und schlecht, es lindert die Schmerzen, denn sie überdeckt den Schmerz. Es ist leichter zu ertragen, der Welt die Schuld zuzuschreiben, als sich selbst, wenn man seine Grenzen spürt und darüber schreiten möchte, es aber nicht möglich ist.

Die Feigheit hemmt deine Selbstzerstörung, sie paart sich manchmal mit der Hoffnung, dass ein anderer Weg möglich ist, doch schlechte Erfahren machen niemanden mutig.

Die Welt schlägt man mit dem Silberlöffel, bevor man ihn abgibt, Selbstzerstörung hat Stil, man ist sanft dabei, der Kosmos mag nicht zerstört werden, er wirkt nur manchmal abgekupfert. Schlechte Gedanken sind fesselnd, sie lassen einen in Selbstmitleid ertrinken, während man verbittert nach einem besseren Leben schreit. Selbstzerstörung schleicht sich überall ein und lässt alle Lebensbereiche verlumpen. Es sinkt der Mut und das Pflichtbewusstsein, der Sinn für Ordnung und Stabilität, so kommt man wieder an den Punkt, an dem Selbstzerstörung nur von außen abgewandt werden kann, von einem Retter in der Not, den man personifiziert und alsbald wieder verliert.

Selbstzerstörung ist eine Spirale, die sich im Wind der Verbitterung langsam aber stetig dreht, in der Hoffnung, dass man selbst die Kraft aufwenden kann, die Fenster zu schließen und aufzuräumen.

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