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[review] Lieber leben. | Patients

[review] Lieber leben. | Patients Posted on 12. Januar 2018Leave a comment

Der Film

Angenommen, du bist ein talentierter Basketballspieler, willst Sport studieren und liebst das Leben. Dann passiert etwas, was du aus Leichtfertigkeit machst: Du brichst in ein Freibad ein, hüpfst vom Turm in viel zu niedriges Wasser und bist fortan querschnittgelähmt. Willst du dann noch leben oder aufgeben?

Diese Frage stellt sich der Film die ganze Zeit: Ben, so heißt dieser Junge, dem das passiert ist, kommt nach mehreren Operationen in eine Reha-Klinik. Verzweifelt, nicht mal den Fernseher einschalten zu können oder aufs Klo gehen zu können. Ben beginnt langsam zu resignieren, wenn er nicht das Schicksal von anderen sieht, denen es ähnlich geht. Farid wird sein Freund und die beiden ziehen durch die Gänge der Reha-Klinik, sobald Ben im elektrischen Rollstuhl mobil ist. Und da gibt es schließlich noch Toussaint und Steve und das schöne Mädchen Samia. Ben verliebt sich und fragt sich, ob das sein darf, wenn man plötzlich mit einer Behinderung leben muss..

 

Der Regisseur / Autor

Quelle: allmusic.com
  • Grand Corps Malade (*1977 in Le Blanc-Mesnil)
  • ist Poetry Slam Künstler und Regisseur
  • Lieber leben ist eine autobiographische Tragikomödie
  • lebt und wirkt in Paris

 

Die Ansicht

Den Film habe ich mir eigentlich angesehen, um meine Französisch-Kenntnisse zu verbessern. Montagabend, fremdsprachige Versionen von Filmen, ein ziemlich perfekter Wochenstart. Da ich mich mit dem Thema Behinderungen egal welcher Art auseinandersetze, war es natürlich eine Freude, diesen Film als ersten Film des Jahre 2018 anzusehen. Mir gefiel er gut, wirklich gut. Ich mag Filme aus Frankreich prinzipiell sehr gerne, weil sie sich mehr auf Details versteifen, eine eigene Farbe für jeden Film entwickeln, langsamer und leiser sind. Ich mochte die Zeichnung der Figuren und die Musik. Immer wieder wurde im Hintergrund französischer HipHop eingespielt. Und: Man gab den Figuren Würde, Selbstironie und Humor. Eine gute Mischung, und der Rolli-Boxkampf und nächtliche Ausbruchversuche tun ihr Übriges. Was unterschwellig Thema ist: Sexualität und Behinderung, soziale Unterschiede. Ein Must-See für Menschen, die sich gern für einen Abend französischen Humor auf der Zunge zergehen lassen und genauso gern ein Stück Herzblut verlieren.

 

Die Information

Lieber leben | Patients
Genre: Tragikomödie
Regie: Grand Corps Malade

 

 

 

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