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[review] Klartraum | Olga Flor

[review] Klartraum | Olga Flor Posted on 7. Januar 2018

Das Buch

Die Scherben habe ich liegen lassen an der Dreifachkreuzung. Vorher noch sehe ich dem Mann nach, dem ich das alles zu verdanken habe.

Erste Sätze dieses Buches. Es sind immer wieder erste Sätze. Stell dir vor, du hast die Liebe deines Lebens gefunden, obwohl du dachtest, du hattest sie schon gefunden. Stell dir auch vor, dass du von Anfang an weißt, dass diese Verbindung zum Scheitern verurteilt ist.  Zwei Personen sind es, die dieses Buch tragen: P. und A., Protagonistin und Antagonist. Dazwischen C. und G. , ein Religionswissenschaftler und die Post. Man leidet so sehr mit P., dass man am liebsten bei jeder der vielen Trennungen mitweinen möchte. Und doch, jedes Mal die Hoffnung, wenn A. kommt und P. den Kopf verdreht…

Die Autorin

Quelle: derstandard.at
  • Olga Flor (*1968 in Wien)
  • aufgewachsen in Köln, Wien und Graz
  • seit 2004 freie Schriftstellerin
  • Lehrtätigkeit im Bereich der
    Sprachkunst an der Angewandten Wien
  • Link: Olga Flor

 

Die Ansicht

Nicht unverdient ist dieses Buch auf die Shortliste des österreichischen Buchpreises 2017 gekommen. Selten habe ich sprachlich so ein dichtes Buch gelesen, dass mit so viele Metaphern aufwarten kann, dass man manche Stellen unabdingbar mehrfach lesen muss. Besonders gerührt hat mich die sprachliche Perfektion des Buches, und besonders weh getan hat es auch manchmal, weil es einen selbst an manche Lebenssituationen erinnert. Es ist ein Feuerwerk, selbstironisch, ein Zeitbild. Mein Lieblingssatz in diesem Buch ist definitiv:

In mir bin ich ganz in Trauer. (ich trage die Trauerkleidung innen, eine Ganzkörperverschleierung). Flor 2017, S.97

Die Information

Quelle: olgaflor.at

Olga Flor
Klartraum
Jung und Jung
Preis: 23,00 € (gebundene Ausgabe)