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[review] It was fifty years ago.

[review] It was fifty years ago. Posted on 29. August 2017

Wer mich kennt weiß, dass ich die Beatles wirklich liebe. Nicht, weil sie Alben wie „Revolver“ gemacht haben, oder Alben wie „Help“, „Rubber Soul“ oder „Please, please me“. Ich verehrte sie vorrangig aufgrund des Album „Sgt. Pepper Lonely hearts club band“. Ein schönes, gut durchdachtes Plattencover, ein Vorbote für die nahenden Siebziger, mit einem Moustache-Bart zum Ausschneiden im Inneren, und alle Helden vorne am Cover, die die Beatles verehrten, man findet auch Marx darauf. Psychedelic drin, ein bisschen von den alten Beatles, mit dem gleichen Song startend und endend, kurz um, eines der besten Platten, die je in der Musikgeschichte entstanden sind.

Umso mehr freute es mich, als ich nun bei der „It was fifty year ago today“- Dokumentation bei der Österreich-Premiere anwesend sein durfte. Ein Dokumentarfilm über das wohl beste Popalbum der Geschichte, der heilige Gral der Popgeschichte sozusagen, ganze zwei Stunden für das wichtige Album, ja es ist okay, wenn man die wichtige Zäsur der Beatles-Biografie anhand dieses Albums verstehen möchte.

Kurzum: Die Beatles wollten mit dieser Schallplatte neue Maßstäbe setzen, nahmen sich über ein Jahr Zeit dafür, gingen auf keine kräfteraubende Touren mehr, keine kreischenden Mädchen, viel Avantgarde seitens McCartney, Lennon war sowieso cool, Harrison beseelt und Starr machte das, was er immer am besten konnte: Apathisch sein. Dazwischen sich in transzendentaler Meditation üben, nach Indien reisen, sich davon abkehren, eigenes Business aufziehen und das beste Album vorlegen – Schnelldurchlauf der Doku, sozusagen.

Es fehlte, dass die zwei Lebenden der aus Liverpool stammenden Fantastischen Vier irgendwas zu dem Album verlauteten und oh, wie gern hätte man den Federführer Paul McCartney dazu gehört. Es wirkte als hätte sich der Regisseur Alan G. Parker nicht die Einverständnis für diese Dokumentation geholt und so reihte sich Anekdote an Anekdote, zuweilen recht amüsant und informativ wie etwa von John Lennons noch lebender Schwester, oder Hunter Davies.

Ob die beiden lebenden Beatles auf die Dokumentation gut zu sprechen sind, bleibt abzuwarten, so wird massig über McCartneys LSD-Vergangenheit berichtet, Lennon nach seinem Maharishi-Trip als seelenloses Monster dargestellt und auf George und Ringo wird ohnehin vergessen, nur gut, dass der Film bloß in ausgewählten Kinos zu sehen war.

Was aber bleibt, ist definitiv die Sehnsucht, die man plötzlich nach dieser Zeit verspürt. Das Glücksgefühl, wenn man Schotten beim Reden zuhören darf, weil er Film bloß in O-Ton zu hören ist. Ein Augenmerk auf Brian Epstein, der mit dieser Dokumentation endlich mehr als bloß der ungeliebte, fünfte Beatle wird.

Eine Dokumentation, die man trotzdem sehen kann, alleine schon wegen der großartigen Einleitung mit Joe Cocker und Tina Turner.

 

Hier gehts zum Trailer.

Bildnachweis.

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