Posted in Projekt [Parablüh]

#Danach

#Danach Posted on 8. Juni 2017

Das Gedicht #Danach von Cornelia Travnicek entstand anlässlich des Gedichtes “Aftermath” von Sylvia Plath.

Im Gedicht von Plath wird der Brand eines Hauses dargestellt. Plath verabschiedet sich kurzzeitig von ihrer sonst sehr metaphernreichen Sprache und wird für ihre Verhältnisse sehr konkret. Eine harte Sprache, die die Menschen als Jäger auf der Suche nach Blut, als Sinnbild für Sensationsgier, beschreibt. Die griechische Mythologie nimmt sich Plath erneut zu Herzen und bringt Medea in ihr Gedicht ein, welche jedoch sehr passiv agiert und weder goldenes Vlies findet, noch Könige tötet. Die Menge in Plaths Gedicht wird enttäuscht zurückgelassen, und wirkt einmal mehr sehr voyeuristisch.

Bei Travnicek ist der Grund des Gedichtes ein anderer, nämlich ein Unfall, die Thematik ist aber die gleiche: so beschreiben beide das Verhalten von Menschen nach einem Ereignis – also danach.

Das Gedicht fällt diesmal ungewöhnlich kurz und starker Worte aus, so wird sehr konkret von einem Unfall berichtet, der das Gesicht verunstaltete und ein Teil eines Zahnes bloß fehlt. Die Tröstung nutzt kaum, es gibt Wunden, die nicht heilen.

Ich habe mich bei diesem Gedicht so in ein paar Verse verliebt, dass es für mich selbst Anlass war ein Gedicht zu schreiben. Wie grandios sind bitte die Zeilen: ” Eine Narbe wird es geben, aber das wiederholte Aufbrechen verschwiegen”?

Die gaffende Menge, die erneut keine Ruhe gibt, schließt auch dieses Gedicht. Der wirklich weise Gedanke am Schluss, dass ein Danach so viel mehr tut, als ein Währenddessen? Ich mag ihn so.

Referenzen:

//Danach. Parablüh. S. 27

// Aftermaths. The collossus. S. 46-47. Hier zu lesen.

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