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[review] Meine Zeit mit Cèzanne

[review] Meine Zeit mit Cèzanne Posted on 12. Januar 2017

Meine Zeit mit Cézanne ist ein Historienfilm, der die Geschichte rund um den berühmten Maler Paul Cézanne und dessen lebenslange Freundschaft mit Emile Zola nachzeichnet. Beide bereits in den Jugendjahren von Kunst, Liebe und Kultur beseelt, ziehen beide nach Paris, um ihre künstlerische Freiheit zu entfalten. Zola hat bald Erfolg und wird in vielen Kreisen sehr bekannt, Cézanne, egozentrisch und cholerisch, vergönnt ihm diesen Ruhm nicht. Gabriéle, eigentlich Alexandrine, steht zwischen Cézanne und Zola, heiratet dann aber den Schriftsteller und nicht den Maler. Dies lässt die Männerfreundschaft beben. Cézanne zieht sich immer weiter von Menschen zurück, bleibt in Aix-en-Provence. Die Zeit vergeht, geliebte Personen sterben und die Freundschaft verläuft in Sand. Cézanne wird erst viel später als Maler berühmt, zu spät, um die Freundschaft mit Zola zu retten…

Ist dieser Film Kunst oder Geschichte? Geschichte oder Kunst? Eindeutig geht dies aus dem Film nicht hervor. Der Film wirkt zu kunstvoll, die Figur von Cézanne viel zu hoch sterilisiert, als dass er als eindeutiger Historienfilm hervorgehen kann, enthält aber zu viele realgeschichtliche Details, die den Film unmöglich als Kunstfilm gelten lassen können.  113 Minuten Freundschaft auf Leinwand – Emile Zola (in der Rolle: Guillaume Canet) eindeutig zu milde und blass dargestellt, Paul Cézanne (gemimt von Guillaume Gallienne) als dauerwütender Künstler mit regelmäßigen Wutausbrüchen. Die feinen Nuancen fehlen besonders den Protagonisten. Auch Alexandrine (Alice Pol) wird sehr ausdruckslos dargestellt.

Pittoresk hingegen machen den Film die Bilder in der Provence: warme Töne, passende Musik, klischeehafte Szenen wie Picknicke am See und Boot fahren. Paris bildet den Kontrast dazu und doch wird es wunderschön dargestellt.

Regisseurin Daniele Thomson hat versucht Paul Cézanne in einen Historienfilm zu stecken und dies mit Landschaft zu manifestieren. Die Zeitsprünge sind hilflose Versuche, die angespannte Freundschaft zwischen Cézanne und Zola zu deeskalieren, was sich nicht positiv auf den Spannungsbogen des Filmes ausgewirkt: Der Film dauert an, wirkt trotz landschaftlicher Bilder verloren, und es wird unmöglich Cézanne auch nur auf irgendeine Art und Weise sympatisch zu finden. Die Regisseurin schlägt sich damit voll und ganz auf die Seite von Emile Zola, was dem Film leider nicht zu Gute kam.

Trailer zu Film: Meine Zeit mit Cézanne

Webseite des Filmes: Meine Zeit mit Cézanne

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