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review // Heimat in Großdeutschland – Teil 2

review // Heimat in Großdeutschland – Teil 2 Posted on 4. Oktober 2016

Die lange Nacht der Museen bot die Möglichkeit, das Museum der Friedensgemeinde Erlauf zu besichtigen. Eine Dauerausstellung auf 250 Quadratmeter bietet Einblicke in die Heimat während es zu Großdeutschland gehörte, vor allen aber danach die Geschichte des Totalitarismus erzählt und zeitgleich versucht herauszufinden, was den Frieden ist und wie man ihn bewahren kann.

2016-10-02-09.03.27-1.jpg.jpegIn der langen Nacht der Museen waren Zeitzeugen geladen, die zum zweiten Weltkrieg befragt wurden. Den Teilnehmenden wurde schnell klar, dass jene Zeitzeugen, die den zweiten Weltkrieg wirklich bewusst miterlebt haben, eine kleine Minderheit sind und diese Generation im Prinzip schon ausgestorben ist. Die Zeitzeugen, die bei der langen Nacht der Museen geladen waren, waren noch sehr jung, als der zweite Weltkrieg passierte, sie konnten sich fast nur mehr an die Besatzungszeit erinnern. Die Geschichten der eigenen Eltern war Hauptaugenmerk der Zeitzeugen. Manche Geschichten rühren so tief in die Gegenwart, dass manche Namen nicht genannt wurden. Interessant an dem Dialog der Einblicke in die Regionalgeschichte bot, war vor allem die Verbindung zu Russland und Weißrussland. Ein Zeitzeuge, Johann Pfaffeneder, erzählte von der Zwangsarbeit in der Molkerei für Gefangene. Weiters wurde auf den kommunistischen Widerstandskämpfer Josef Munk hingewiesen, der in Folge für seine Aktionen zur Wehrmacht musste, und mit viel Glück lebend                                                                           wiederkehrte. Seine Freunde jedoch wurden hingerichtet.

2016-10-02-09.04.09-1.jpg.jpegEin klein wenig wehmütig wurde man bei der Besichtigung der Ausstellung. Es stellte sich die Frage, inwieweit Krieg alleine als Mahnmal für den Frieden dient und eine Referenz darauf, wie man Frieden tatsächlich schaffen und bewahren kann. Die Zeitzeugen fanden ihrerseits wohl kaum Frieden mit sich selbst, zu sehr brodelte die Geschichte in ihnen immer wieder hoch.

 

link zur homepage des museums

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