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Review:: Frühstück bei Monsieur Henri.

Review:: Frühstück bei Monsieur Henri. Posted on 23. August 2016

Monsieur Henri hat schon sehr viel erlebt, nur eines nicht: das Zusammenleben mit einer Mitbewohnerin. Per Zufall wird ihm diese in Form von der Mitzwanzigerin Constance in eine wunderbare Pariser Altbauwohnung gestellt. Monsieur Henri wäre nicht er selbst, wenn er nicht granteln und torpedieren könnte, vor allem seinen vierzigjährigen Sohn Paul. Da er die Frau seines Sohnes nicht leiden kann, schlägt er Constance ein unmoralische Angebot vor: sechs Monate darf sie gratis bei ihm wohnen, wenn sie nur die Ehe zwischen Paul und seiner erzkatholischen und humorlosen Ehefrau sabotiert. Constance hat ohnehin schlechte Karten und nimmt dieses Angebot an…

Neben diesen Hauptstranges wird Constances Leben als Mitzwanzigerin in feinen, aber traurigen Zügen nachgezeichnet – im Clinch mit den Eltern, Versagensängsten, Zukunftsängsten, OneNightStands, Alkoholexzessen, das Skizzieren einer Quaterlife-Crisis, voller Kunst, Nebenjobs in Bars und ihrem musikalischen Träumen, die zunächst nicht getraut werden.

Indie-Fans werden bei diesem Film auf ihre Kosten kommen – immer wieder werden nette Stücke angespielt – als Klangteppich für die Postteens, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben.

Bewundernswert auch die Dialogie zwischen Constance (gemimt durch Noémie Schmidt) und Monsieur Henri (Claude Brasseur) hart am Antiwitz vorbeistreifend, keifende, bissige Dialoge, die Witz und Weisheit miteinander verbinden.

Der Regisseur Ivan Calbérac schafft damit eine Tragikomödie, die neben dem Antiwitz zeigt, wie Antiliebe geht, fernab von der Erfüllung von Klischees und scheut sich auch nicht davor, kein Happy End zu zeigen, weil das wahre Leben nun mal  so spielt.

Der besondere Reiz in diesem Film liegt zweifelsohne an der  Theatervorlage, die erst das Leben zwischen WG-Streithähnen, verschnupften Apple Crumbles und klassischen Klavierstücken möglich machen.

Hier gehts zum Trailer: Frühstück bei Monsieur Henri

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