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Radikalität und (Un)sinn.

Radikalität und (Un)sinn. Posted on 29. Oktober 20151 Comment

Ich habe diese Theorie, August und Oktober sind die schlimmsten Monate. August ist deswegen immer so schlimm,  weil man den Sommer verabschieden muss, aber der Sommer ist dann so stur und bleibt dann auch ewig. Genauso ist das dann mit den Menschen, von denen trennt man sich auch zumeist im August. Aber die sind genauso stur und bleiben hartnäckig im Kopf. Oder manchmal ist es auch so, dass sich Menschen im August voneinander trennen und dann sind beide stur und vergessen sich nicht.  Egal wie man es betrachtet, August ist ein schlimmer Monat.  Sehr folgsam kann man den August auch nicht beschreiben. Er setzt alles daran, sich jedes Jahr mit schlechten Ereignissen zu übertrumpfen und schreibt fröhlich Postkarten, die dann im gähnenden Sommerloch-Briefkasten landen, von Menschen, die sich verhalten wie der August – hitzig, voller Donnerwetter und dem Ende nahe. Es ist nur allzu verständlich, dass man dann aufatmet und seine giftigen Fontänen  wie ein Wal nach einer halben Ewigkeit in den September spuckt. Es kommt, wie es kommt und man denkt, man hätte das Jahr schon überstanden. Aber nein, der Oktober ist ein schlimmer Monat.  Oktober ist immer der Monat, an welchem man die Zeit um eine Stunde zurückstellt und so würde es man auch mit dem eigenen Leben tun, wenn es denn ginge. Man denkt man kann es, aber der Tag nach einer Flasche Tequila ist dann so, als hätte man die Zeit vorgedreht und zwar in das Alter, in das man nie kommen wollte, als man jung ist und nun eigentlich schon ist. Oktober ist eben ein schlimmer Monat.  Das zeigt sich auch, wenn man sich seiner Altlasten entledigen will, aber der ganze Kakao im Oktober legt mehr Neulasten an, als man Altlasten überhaupt verscherbeln kann. So ist das auch mit den finsteren Tagen im Oktober, man ist ständig so umnachtet, dass man sich den August zurückwünscht. Aber – August und Oktober sind schlimme Monate.

So ist das auch mit einigen Wochentagen. Donnerstag und Sonntage sind schlimme Wochentage.  Wer mag schon Donnerstage? Die sind zäh, genauso, als man endgültig die 20 überschritten hat und nun lieber zähe Zeitungsartikel liest als zähes Brot aufgrund von allgemeiner Faulheit zu essen, als neues zu kaufen. Donnerstage haben auch immer so den Beigeschmack sich hinziehen, und die Stunden ziehen sich wie zäher Kaugummi auf das langersehnte, eigentlich unverdiente Wochenende. Dann hat man endlich Wochenende, es sei gewiss, weder der Freitag, noch der Samstag sind unvergesslich oder toll, aber es ist schön, Menschen aus dem Weg zu gehen.  Nichts ist schöner, als die Ruhe von anderen Menschen. Das ist auch das, warum der Sonntag wieder schlimm ist. Der Sonntag macht wehmütig und niemand, aber auch niemand ist verfügbar, obwohl man am Sonntag Menschen wieder ertragen würde. Dann hasst man Menschen gleichermaßen wie Sonntage und gibt dem Montag dann die Schuld für die schlechte Laune. Donnerstage und Sonntage sind schlimme Wochentage.

So wie mit den Wochentagen, ist das auch mit den Farben. Senfgelb und olivgrün sind schlimme Farben…

Bildquelle: PIXABAY

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