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Ein ganz und gar angepisster Jahresrückblick.

Ein ganz und gar angepisster Jahresrückblick. Posted on 31. Dezember 20141 Comment

Vielleicht haben Sie es ja bereits aus den Medien erfahren: 2014 ist mit dem heutigen Tage nun endgültig vorbei.  Morgen kommt 2015! Es ändert sich ohnehin nichts. 2014 war schon schlecht, 2015 wird sicher beschissen. Das mit den Jahresrückblicken ist ja immer so eine Sache. Manche schreiben über ihre selbst erhobenen Daten und hervorgezauberten Statistiken, andere resümieren literarisch und wieder andere schreiben gar keine Zusammenfassungen. Sie ahnen es! Jahresrückblicke sind ja doch immer eher ernüchternd. Aber da alle einen machen, muss man ja auch, irgendwie.

Dinge, die gerne im Jahr 2014 bleiben können:

// Kettennachrichten und Glückwunschvideos bei Whatsapp

Ganz ehrlich: Kettennachrichten haben wir schon gehasst, als noch die Neunziger waren und man das ganze Kettenbriefe nannte, wir haben die genauso gehasst, als man Kettensms versandte und jeder noch ein Wurfgeschoss wie das Nokia 3110 hatte und wir hassen Kettennachrichten auch bei Whatsapp. Nein, sie bringen nicht Glück. Nein, sie bringen auch keinen unverhofften Geldsegen oder Liebe, sondern sind einfach nur nervig. Besonders, wenn die ganze Emoticonpalette ausgenutzt wurde. Und diese Glückwunschvideos sind auch so eine Sache. Wir hassten doch schon die Powerpoints mit den Wasserfällen im Sonnenuntergang und den Kinderfotos und Weltfriedentexten, warum nun das elende Mühsal auf Whats app? Ach Welt.

//Selfies im Badezimmer vor dem Sport

Erstens kannst du dir sicher sein, dass dich die halbe Menschheit ohnehin verachtet, denn es gibt wohl niemanden außer Motivationscoaches, Fitnesstrainer und Personal Guides, die dich sympathisch finden, wenn du nicht wie der Rest gammelnd auf der Couch herumliegst. Zweitens siehst du in Trainingsklamotten generell eher untoll aus und insgeheim weißt du das auch. Da helfen auch Hashtags wie #906090 nichts. Drittens: Du meinst doch nicht ernsthaft, dass diese ganze Schminke im Gesicht tatsächlich dein Trainingsoutfit abrundet. Die paar Likes auf Instagram sind es halt dann auch nicht wert. 2015 wollen wir sowas nicht mehr sehen.

//Deutsches Essen anglizismieren

Das Essen wird nicht weniger deutsch oder österreichisch, wenn man es mit englischen Namen versieht, haben Wissenschafter herausgefunden. Es wird ebenso wenig noch leckerer, besser oder süßer. Lassen wir  die Palatschinken Palatschinken sein, und geben wir ihr nicht irrtümlich die Titulierung pancake, sagen wir doch Erdbeermarmelade statt strawberry gelee topping. Es ist eh bedauerlich, wenn das Essen nicht so gut schmeckt, wenn man bloß ein gewürztes Hühnchen mit Reis und Salat hat und nicht seasalted chicken wings with awesome rice and healthy salad. Das hat Instagram also mit dir gemacht, Essen.

//Unnötig Geld für Starbucks Coffee ausgeben

Diese Firma dankt es dir ja ohnehin nie  persönlich, dass du die Gewinne in der Managerebene dermaßen verdoppelst. Die Tassen, Häferln und Schnabeltassen sehen ohnehin hässlich und bescheuert aus, da kann man gleich sich welche bei der modernen Hausfrau bestellen. Man kann auch in ein ganz normales andere Wiener Kaffeehaus gehen, sich seinen Mokka aufspritzen lassen und zufällig den halben Zuckerbehälter reinfallen lassen. Schon hat man die gleiche Gschledern wie bei Starbucks. Warum man da 4 Euro und noch mehr für einen Kaffee zahlt, wenns bereits ein halbes Kilo fair gehandelter Kaffeebohnen um 5 Euro gibt, nein, Starbucks ist dann halt sowas von 2014 (und eigentlich schon der früheren 2000ern, also eigentlich sowas von out).

//Lumbersexual

Die Textileinkaufsketten schreien auf! Es sind keine rotfarbigen Karohemden, keine washed out Jeans Hemden, keine Hemden in bursted Optik mehr vorhanden, auch aus der Ecke der Schuhhersteller hört man vermerkbares Raunen, die Geschäfte seien bei den Herrenabteilung besonders im Bereich der Leather Boots und Midcut wasted look Stiefeln total ausverkauft und man könne der großen Nachfrage gar nicht standhalten. Die Wirtschaft ist entsetzt, wie der Trend “Lumbersexual” so dermaßen schnell um sich greifen konnte. Einzige und alleine die Tätowierungsbranche ist mit der hohen Auftragslage sehr zufrieden. Besonders der Bundesforste Österreich macht es zu schaffen, wieviel sich die männliche Bevölkerung nun in Österreichs Wäldern aufhält um Fotos zu machen und dabei hipstereske Bilder von der Flora und Fauna, allen voran von Hirschen (unter dem Hashtag #antlers gehandelt) zu machen.

//Ice Bucket Challenge

Spätestens jetzt blicken manche peinlich berührt zu Boden und trauen sich nicht mehr an 2014 zu denken. Aus der ALSIcebucketChallenge wurde dann schnell mal die Ice Bucket Challenge und an ALS wurde bei den meisten Fällen ohnehin nicht gedacht, geschweige denn gespendet. Hej, wenn wir uns schon einen Kübel von Wasser über den Kopf stülpen, warum dann nicht gleich für den Weltfrieden, graufelligen Katzenpfoten oder pink fluffy unicorns. Hauptsache wir sehen toll in den Videos aus und kreischen schön. Für irgendwas darf man ja immer sein, gegen etwas nie.

//Yesss, I´m happy!

Wie oft haben wir Pharrell Williams Song jetzt eigentlich gehört? 100 Mal, 1000 Mal? Wie oft haben wir dämliche Youtubevideos von unseren Heimatgemeinden, Nachbargemeinden, von ländlichen Feuerwehren und Musikvereinskapellen sehen? Wie oft muss man es noch hören bis man tatsächlich komplett unglücklich ist? (YES I AM HAPPY, CLAP ALONG IF YOU FEEL LIKE A ROOM WITHOUT A ROOF.) Als würde irgendjemand Häuser ohne Dächer haben wollen. Bescheuert.

 

Dinge, die gerne (mit) kommen dürfen in 2015

// Freunde!

// Liebe <3!

// Essen (essbar)

// kalorienfreie Schokolade

// Sport ohne sich bewegen zu müssen

// Wecker und Kaffeemaschine in einem

 

 

1 thought on “Ein ganz und gar angepisster Jahresrückblick.

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